Khan Yunis

Gazastreifen - Khan Yunis
Gazastreifen - Khan Yunis Yunus al-Nûrûzi Karawanserei, 2016 - Foto: Wikimedia Commons - Autor: DYKT Mohigan - Lizenz: s.u.




Einige der hier auf dieser Seite gezeigten Fotos sind vor dem 7. Oktober 2023 entstanden- sie zeugen noch vom weitgehend „normalen Leben“ im Gazastreifen. Sie dokumentieren den Bestand an Wohnhäusern, Geschäftshäusern, Krankenhäusern, Straßen, Feldern, Häfen, Grünflächen und Parks vor dem Ausmaß der Zerstörung durch die israelischen Streitkräfte.


Überblick

Gazastreifen - Khan Yunis
Gazastreifen - Khan Yunis ...ehem. Karawanserei und Barquq Burg in Khan Yunis, 2016 - Foto: Wikimedia Commons - Autor: DYKT Mohigan - Lizenz: s.u.



Die Stadt Khan Yunis befindet sich im Südwesten des sogenannten Gazastreifens, eines künstlich geschaffenen Gebietes, das seinen Namen und seine geografische Form erhielt durch das Waffenstillstandsabkommen von Rhodos nach dem Palästinakrieg (1948/49). Das Abkommen mit Ägypten wurde am 24. Februar 1949 unterzeichnet. Die wichtigsten Punkte waren: Die Waffenstillstandslinie wurde entlang der internationalen Grenzen (von 1906) gezogen. Davon abweichend blieb Ägypten im Besitz eines Streifens entlang der Küste zum Mittelmeer, der als Gazastreifen bekannt wurde. Vorher gab es diesen Namen nicht. Die Stadt Khan Yunis stand bis 2007 unter der Verwaltung der Palästinensischen Autonomiegebiete und gehörte zum Staat Palästina. Die Stadt gehört auch zum gleichnamigen Gouvernement Khan Yunis. Die Stadt Khan Yunis wurde bereits im Jahr 1387 gegründet.





Gazastreifen - Khan Yunis
Gazastreifen - Khan Yunis Map des Khan Yunis Governorate im Süden des Gazastreifens und Umgebung - Foto: Wikimedia Commons - Autor: OCHA OpT (CCO)


Khan Yunis (übersetzt: ‚Karawanserei des Yunus‘), im Gouvernement Khan Yunis ist die zweitgrößte Stadt im Gazastreifen, der seit 1994 de jure unter Verwaltung der Palästinensischen Autonomiebehörde, de facto jedoch seit 2007 unter der Verwaltung der Hamas im Gazastreifen steht. Die Stadt und das Flüchtlingslager zählten im Jahr 2023 zusammen ca. 291.443 Einwohner.

Khan Yunis ist einer der Standorte der Al-Quds Open University. Die Stadt liegt rund vier Kilometer vom Mittelmeer und acht Kilometer nördlich von der ägyptischen Grenze entfernt. Klimatisch liegt Khan Yunis somit in einer halbtrockenen Region, deren jährliche Niederschlagsmenge durchschnittlich 260 Millimeter beträgt. Die Stadt hat eine Höchsttemperatur von 30 Grad Celsius im Sommer und eine Mindesttemperatur von 10 Grad Celsius im Winter. [1]


Geschichte

Herodot (490/480 - 430/420 v. Chr.)
Herodot (490/480 - 430/420 v. Chr.) Büste von Herodot, 2. Jahrhundert n. Chr. - Steinskulptur - Foto: Wikimedia Commons (CCO)


Herodot, ein antiker griechischer Geograph, beschreibt eine Stadt namens Lenysos, die zwischen dem Sirbonischen See und Kadytis (heute Gaza-Stadt) liegt. Er erzählt, wie das persische Militär auf dem Weg nach Ägypten durch den Ort marschierte. Er beschreibt auch, wie das Küstengebiet zwischen Kadytis und Lenysos von lokalen arabischen Stämmen bewohnt wurde. Einige Quellen assoziieren diese Stätte aufgrund der phonologischen Ähnlichkeit der Namen und der allgemeinen Übereinstimmung der geografischen Standorte mit dem modernen Khan Yunis.

Andere Quellen haben einen weiteren Standort im Landesinneren von „Khirbet Ma'in Abu Sitta“ (1949 entvölkertes palästinensisches Dorf) oder die ägyptische Stadt Arish als mögliche Standorte von Lenysos vorgeschlagen, aber keine eindeutigen Beweise dafür unterstützen diese Identifikation. [1]


Gründung der Stadt durch Mameluken

Gazastreifen - Khan Yunis
Gazastreifen - Khan Yunis Außenansicht der Burg Barquq, 2020 - Foto: Wikimedia Commons - Autor: Ahmed Hasi Alagha - Lizenz: s.u.


Der Ort war die Verbindungsstadt zwischen dem Niltal, dem Fruchtbaren Halbmond und der Arabischen Halbinsel und entwickelte sich zu einem wichtigen Handelszentrum. Vor dem 14. Jahrhundert war Khan Yunis ein Dorf namens „Salqah“. Zum Schutz von Karawanen, Pilgern und Reisenden wurde dort 1387 – 1388 von Emir Yunus ibn Abdallah al-Nuruzi ad-Dawadar, einem afghanischen paschtunischen Offizier aus dem Nurzai-Stamm und einem Beamten des Mamelukenreiches, eine riesige Karawanserei errichtet. Die wachsende Stadt um sie herum wurde nach ihm „Chan Yunis“ genannt. Im Jahr 1389 wurde Yunis im Kampf getötet.

Emir Yūnus Nurzai war der Exekutivsekretär, einer der hochrangigen Beamten des Mamelukenherrschers Barquq. Die Stadt entwickelte sich zu einem wichtigen Handelszentrum und ihr wöchentlicher Donnerstagsmarkt zog Händler aus benachbarten Regionen an. Der Khan diente als Raststätte für Kuriere des Mameluken-Postnetzes in Palästina und Syrien. [1]


Osmanische Zeit

Gazastreifen - Khan Yunis
Gazastreifen - Khan Yunis Barquq Castle - Ludwig Salvator (1881) - Foto: Wikimedia Commons - Autor: Erzherzog Ludwig Salvator von Österreich (gemeinfrei)


Ende 1516 war Khan Yunis Schauplatz einer kleinen Schlacht, in der die in Ägypten ansässigen Mameluken vom Osmanischen Reich unter der Führung von Sinan Pascha besiegt wurden. Der osmanische Sultan Selim I. kam dann in die Gegend, wo er die osmanische Armee über die Sinai-Halbinsel führte, um Ägypten zu erobern. Im 17. und 18. Jahrhundert beauftragten die Osmanen eine mit der Zitadelle von Kairo verbundene Azeb-Garnison mit der Bewachung der Festung Khan Yunis.

Der französische Kartograf Pierre Jacotin nannte das Dorf Kan Jounes auf seiner Karte von 1799, während Edward Robinson im Jahr 1838 Khan Yunas als ein muslimisches Dorf in der Nähe von Gaza erwähnte. Edward Robinson (* 10. April 1794 in Southington, Connecticut, Vereinigte Staaten; † 27. Januar 1863 in New York) war ein protestantischer Theologe und Erforscher Palästinas. Im Jahr 1863 besuchte der französische Entdecker Victor Guérin Khan Yunis. Er fand heraus, dass es etwa tausend Einwohner hatte und dass in der Nähe viele Obstbäume, insbesondere Aprikosen, gepflanzt wurden.

Ende des 19. Jahrhunderts richteten die Osmanen einen Gemeinderat ein, der die Angelegenheiten von Khan Yunis verwalten sollte, das nach Gaza selbst zur zweitgrößten Stadt im Gazastreifen geworden war. [1]


Britisches Völkerbundsmandat für Palästina

Siegel Mandatsgebiet Palästina
Siegel Mandatsgebiet Palästina Öffentliches Siegel des Mandatsgebiets Palästina - Foto: Wikimedia Commons - Autor: Cecil Thomas (gemeinfrei)


Bei der von den britischen Mandatsbehörden durchgeführten Volkszählung von Palästina im Jahr 1922 hatte Khan Yunis eine Bevölkerung von 3890 Einwohnern (3866 Muslime, 23 Christen und ein Jude). In den Statistiken von 1945 hatte Khan Yunis eine Bevölkerung von 11.220 (11.180 Muslime und 40 Christen) mit 2.302 (städtischen) und 53.820 (ländlichen) Dunams Land, laut einer offiziellen Land- und Bevölkerungsumfrage.

Während der Besetzung des Dodekanes im Zweiten Weltkrieg durch die Nazis suchten viele Griechen der Dodekanes-Inseln wie Kastelorizo Zuflucht im nahe gelegenen Nuseirat-Lager. [1]


Palästinakrieg und Kämpfe während der Suezkrise

Gazastreifen - Khan Yunis
Gazastreifen - Khan Yunis Eine Mutter und ihr Kind stehen neben ihrem Zelt im Flüchtlingslager Khan Yunis, das nach dem Krieg von 1948 errichtet wurde - Foto: Wikimedia Commons - Autor: UNRWA Archive - Photographer Unknown - UNRWA: United Nations Relief and Works Agency for Palestine Refugees in the Near East - Lizenz: s.u.


Während des Palästinakrieges 1948/49 wurde Khan Yunis von ägyptischen Truppen besetzt. Am 31. August 1955 führte die israelische Armee eine Militäraktion in Chan Yunis durch, da von hier aus eine Guerillaaktion gegen Israel stattgefunden hatte. Die Aktion, die über 70 ägyptische Soldaten das Leben kostete, führte zu einem Waffenstillstand Ägyptens mit Israel. Vor dem Suezkrieg wurde Khan Yunis offiziell von der Gesamtpalästinensischen Regierung verwaltet. Im Suezkrieg (1956 – 1957) durchbrach nach einem Feuergefecht die 37. Panzerbrigade der israelischen Armee die stark befestigten Linien außerhalb von Khan Yunis, die von der 86. Palästinensischen Brigade gehalten wurden. Es war der einzige Ort im Gazastreifen, an dem die ägyptische Armee Widerstand gegen die israelische Invasion in Gaza leistete, sich jedoch am 3. November 1956 ergab.

Es gibt widersprüchliche Berichte darüber, was passiert ist. Israel sagte, dass Palästinenser getötet wurden, als die israelischen Streitkräfte noch mit bewaffnetem Widerstand konfrontiert waren, während die Palästinenser sagten, dass zuvor jeglicher Widerstand aufgehört habe, und dass viele unbewaffnete Zivilisten getötet worden seien, als die israelischen Truppen durch die Stadt und das Lager zogen und nach Männern mit Waffen suchten. [1]


Die Toten von Khan Yunis

Flagge
Flagge Flagge der Vereinigten Arabischen Republik (1958 - 1961)


Die Toten von Khan Yunis wurden der UN-Generalversammlung am 15. Dezember 1956 vom Direktor des UN-Hilfswerks für Nothilfe, Henry Labouisse, gemeldet. Dem Bericht zufolge ist die genaue Zahl der Toten und Verletzten nicht bekannt, der Direktor erhielt jedoch von einer vertrauenswürdigen Quelle Listen mit Namen mutmaßlich getöteter Personen, darunter 275 Personen, davon 140 Flüchtlinge und 135 Anwohner.

Nach 1959 wurde die Gesamtpalästinensische Regierung abgeschafft und Gaza kam unter Militärverwaltung der Vereinigten Arabischen Republik*. [1]

*Anmerkung
: Die Vereinigte Arabische Republik (VAR) war ein kurzlebiger politischer Zusammenschluss zwischen Ägypten und Syrien (1958 - 1961), der die panarabische Einigung unter Gamal Abdel Nasser zum Ziel hatte.


Israelische Besatzung bis zur Intifada

Gazastreifen - Khan Yunis
Gazastreifen - Khan Yunis Der Kommandeur der 202. Brigade, Oberstleutnant Ariel Sharon, unterrichtet die Soldaten des 890. Bataillons in Vorbereitung auf die Operation Elkayam - Angriff auf ägyptische Stellungen in Khan Yunis - Foto: Wikimedia Commons - Autor: Avraham Vered / IDF-Sprechereinheit - Lizenz: s.u.


Im Jahr 1967, während des Sechstagekrieges, war Khan Yunis ebenfalls von Kämpfen und Bombardements betroffen. Infolge des Krieges gelang die Stadt unter israelische Besatzung. Während der israelischen Besatzung (1967 – 2005) kam es in Khan Yunis wiederholt zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen israelischen Sicherheitskräften und Angehörigen von palästinensischen Untergrundorganisationen, in deren Verlauf auch Unbeteiligte zu Schaden kamen. Die Stadt gilt als Hochburg der militanten Hamas.

Khan Yunis war während der zweiten Intifada im August 2001 und Oktober 2002 Schauplatz israelischer Hubschrauberangriffe, bei denen mehrere Zivilisten getötet, Hunderte verletzt und viele zivile Gebäude in der Umgebung zerstört wurden. Mit Ende der zweiten Intifada endete die israelische Militärbesatzung mit dem Abkopplungsplan und Khan Yunis gelangte vollständig unter die Kontrolle der Palästinensischen Autonomiebehörde. [1]


Palästinensische Verwaltung und Gaza-Kriege

Gazastreifen - Khan Yunis
Gazastreifen - Khan Yunis Krankenwagen der Palästinensischen Rothalbmondgesellschaft in Khan Yunis, nachdem er durch einen israelischen Luftangriff am 7. Oktober 2023 schwer beschädigt wurde - Foto: Wikimedia Commons - Autor: Tasnim News Agency - Lizenz: s.u.


Seit der israelischen Grenzblockade 2005 wurden über 2000 Qassam-Raketen von Khan Yunis nach Israel geschossen, zumeist auf die südisraelische Stadt Sderot. Nach den Wahlen 2006 übernahm 2007 die Hamas die Macht im Gazastreifen. Ende 2017 wurde das von Katar finanzierte Projekt Scheich-Hamad-Stadt fertiggestellt, ein neues Wohnviertel für mehr als tausend Familien.

Seit dem langfristig von der Hamas geplanten Terrorangriff auf Israel am 7. Oktober 2023 und dem daraus folgenden Krieg in Israel und Gaza seit 2023 bombardiert die israelische Armee die Stadt zusammen mit anderen Städten im Gazastreifen. Dies geschah weiterhin, nachdem Israel die Menschen aus Gaza-Stadt und dem nördlichen Teil des Gazastreifens aufgefordert hatte, sie sollten im Gazastreifen südlich des Besor (gemeint ist ein Wadi im Süden Israels und des Gazastreifens) Zuflucht suchen. [1]


Gazastreifen - Khan Yunis
Gazastreifen - Khan Yunis Kinder spielen in den Ruinen von Khan Yunis - Foto: Wikimedia Commons - Autor: DYKT Mohigan - Lizenz: s.u.


Das al-Qarara-Kulturmuseum wurde bei einem Angriff Israels im Oktober 2023 durch eine Explosion zerstört. Lokale Quellen haben von zahlreichen zivilen Opfern in Khan Yunis infolge israelischer Bombenangriffe berichtet, die die palästinensische Nachrichtenagentur Wafa mit Stand vom 3. Dezember 2023 auf „mindestens 70“ und hunderten von Verletzten bezifferte. Von 23. Januar 2024 bis 7. April 2024 war die Stadt von israelischen Streitkräften besetzt, dann nochmals eine Woche lang ab dem 22. Juli 2024. Die palästinensischen Behörden gaben 390 zivile Todesopfer bekannt. Die Juli-Offensive 2024 der israelischen Streitkräfte soll nochmals 300 Todesopfer gefordert haben. [1]


Flüchtlingslager Khan Yunis

Gazastreifen - Khan Yunis
Gazastreifen - Khan Yunis Khan Yunis Flüchtlingslager, 2001 - Foto: Wikimedia Commons - Autor: Adnan Abu Hasna - UNRWA: United Nations Relief and Works Agency for Palestine Refugees in the Near East - Lizenz: s.u.


Das Khan-Yunis-Flüchtlingslager (englisch: Khan Younis camp) befindet sich unweit der Stadt rund zwei Kilometer von der Mittelmeerküste entfernt. Es wurde 1949 im Westen von Khan Yunis errichtet. Die meisten Bewohner sind Nachkommen von Flüchtlingen, die vor dem Ersten Arabisch-Israelischen Krieg (1948/49) in Dörfern um Beʾer Scheva oder anderen Gemeinden in der Wüste Negev lebten. Im Jahr 2016 hatte das Flüchtlingslager etwa 49.000 Einwohner. Das Flüchtlingslager ist in 13 Blöcke unterteilt; einige Blöcke in niedriggelegenen Gebieten werden im Winter überflutet. Die meisten der Schutzunterkünfte sind aus Zementblöcken und haben Asbest-Dächer. Im Lager gibt es kein Kanalnetz. Alle Schutzhütten werden mit Wasser aus öffentlichen und privaten Brunnen beliefert.

Der westliche Block, „Block 1“, war sehr nah am israelischen Siedlungsblock Gusch Katif gelegen. Vor der Grenzschließung des Gazastreifens im September 2000 arbeiteten die meisten Flüchtlinge als Arbeiter in Israel oder in der lokalen Landwirtschaft und im Fischfang. [1]


Gazastreifen - Gusch Katif
Gazastreifen - Gusch Katif Siedlung Morag - Gewächshäuser wie diese bildeten das Zentrum der Industrie innerhalb des Blocks - Foto: Wikimedia Commons - Autor: Yakob Ben-Avraham - Lizenz: s.u.


Um zu ihrer Arbeit ans Meer oder zu den Bauernhöfen in der Mawasi-Region nahe dem Meer zu kommen, mussten sie eine israelische Kontrollstelle am Eingang zum Gusch-Katif-Siedlungsblock passieren. Erst mit dem Rückzug Israels und der Räumung der 21 Siedlungen aus dem Gazastreifen wurde das Siedlungsgebiet im August 2005 vollständig verlassen; das israelische Militär begann nach der Räumung der Siedlungen umgehend mit dem Abriss der Häuser.

Andere Flüchtlinge betreiben Läden und Werkstätten. Ein öffentlicher Markt wird jeden Mittwoch abgehalten. Das Relief and Social Services Department des Hilfswerks der Vereinten Nationen für Palästina-Flüchtlinge im Nahen Osten (UNRWA) hat mehrere hundert durch Operationen der israelischen Streitkräfte (IDF) zerstörte Häuser im Khan-Yunis-Flüchtlingslager erfasst. Die UNRWA hilft beim Wiederaufbau von Häusern, stellt Bildungsmaßnahmen und medizinische Hilfe zur Verfügung. [1]


Gazastreifen - Khan Yunis
Gazastreifen - Khan Yunis Blick auf den Strand von Khan Yunis - Autor: Dans - Lizenz: s.u.


Politik und Internationale Beziehungen

Gazastreifen - Khan Yunis
Gazastreifen - Khan Yunis Kinder vor dem Flüchtlingslager Khan Yunis im Jahr 1955 - Foto: Wikimedia Commons - Autor: Jack Madvo (Public domain)


Der Wahlkreis Khan Yunis hatte fünf Mitglieder im Palästinensischen Legislativrat. Nach den palästinensischen Parlamentswahlen 2006 gab es drei Hamas-Mitglieder, darunter Yunis al-Astal, und zwei Fatah-Mitglieder, darunter Mohammed Dahlan.

Khan Yunis unterhält Städtepartnerschaften mit folgenden Städten: Hamar (Norwegen), Almuñécar (Spanien), Évry (Frankreich), Bisceglie (Italien) und Alcamo (Italien). [1]


Sehenswürdigkeiten

  • Qalaat Barquq - ist eine islamische Festung in Khan Yunis. Sie wurde während der Herrschaft des mamelukischen Burji Sultan Barquq im Jahr 1387 n. Chr. erbaut.
  • Alte Karawanserei - erbaut während der Regierungszeit von Yunis ibn Abdallah an-Nauruzi. Zunächst als Station für Reisende und Händler geplant, wurde sie während der Osmanenherrschaft zu einer Zitadelle ausgebaut und diente als Militärstützpunkt und Poststation.
  • Al-Qarara archäologische Museum - zeigt viele der in der Gaza-Region gefundenen Mosaike.


Infrastruktur


Der Friedhof von Khan Yunis liegt inmitten der Stadt in einem stark bewohnten Gebiet mit ehemals vielen Alleen und kleinen Plätzen. Auf ihm liegt das Familiengrab der al-Qidwas, Jassir Arafats Verwandtschaft väterlicherseits. Khan Yunis lag von 1916 bis zur Stilllegung des betreffenden Abschnitts in den 1970er oder 1980er Jahren an der Sinai-Bahn von Beirut über Lod nach Kairo (bis 1967). Heute sind die Gleise der Eisenbahn im Gazastreifen größtenteils abgebaut. [1]


Gaza (Stadt) Teil I.

Gazastreifen - Gaza (Stadt)
Gazastreifen - Gaza (Stadt) Straße in Gaza - Foto: Wikimedia Commons - Autor: Manar al Zraiy - Lizenz: s.u.


Gaza, auch Gasa genannt, im Gouvernement Gaza ist die größte Stadt im Gazastreifen, der seit 1994 de jure unter Verwaltung des Staates Palästina bzw. der Palästinensischen Autonomiebehörde steht; die Stadt stand de facto von Juni 2007 bis Anfang 2024 unter der Verwaltung der Terrororganisation Hamas. In Gaza befanden sich der Verwaltungssitz der Autonomiebehörde und ein Seehafen am Mittelmeer. Die Bevölkerungszahl wurde 2017 mit 590.481 angegeben.....

Weitere Informationen zur Geschichte von Gaza (Stadt) Teil I. im Gazastreifen finden Sie hier....!


Gaza (Stadt) Teil II.

Gazastreifen - Gaza (Stadt)
Gazastreifen - Gaza (Stadt) Blick auf Teile des Hafens von Gaza im Jahr 2007 - Foto: Wikimedia Commons - Autor: Marcin Monko - Lizenz: s.u.


Gaza-Stadt
ist mit 590.481 Einwohnern (Stand 2017) die größte Stadt des Staates Palästina. Die Stadt weist eine der höchsten Gesamtwachstumsraten der Welt auf. In der Agglomeration Gazastreifen leben nach letztem Zensus mehr als 2 Millionen Menschen; damit beträgt die Bevölkerungsdichte 9.982,69/Quadratkilometer und ist vergleichbar mit der von New York City (USA). Die Demografie von Gaza-Stadt verzeichnete im Verlauf der Geschichte markante Entwicklungen, die von verschiedenen Faktoren beeinflusst wurden.....

Weitere Informationen zur Geschichte von Gaza (Stadt) im Gazastreifen finden Sie hier....!


Gazastreifen

Gazastreifen - Gaza (Stadt)
Gazastreifen - Gaza (Stadt) Gaza-Stadt, Palästinensische Gebiete - Foto: Wikimedia Commons - Autor: Grauesel (gemeinfrei)


Der Gazastreifen ist ein Küstengebiet am östlichen Mittelmeer zwischen Israel und Ägypten mit Gaza-Stadt als Zentrum. Der Gazastreifen hat circa 2,1 Millionen Einwohner. Das Land in diesem Gebiet ist uraltes Kulturland ähnlich der Umgebung um Aschdod und Aschkelon. Die wichtige antike Verkehrsader Via Maris zwischen Ägypten und Damaskus führte u.a. durch dieses Gebiet und die Stadt Gaza gehörte zum Volk der Philister. Heute ist der Gazastreifen ein Teil der Palästinensischen Autonomiegebiete und steht im Inneren formal unter Verwaltung der Palästinensischen Autonomiebehörde....

Weitere Informationen zur Geschichte des Gazastreifen finden Sie hier....!


Quellennachweis:


1.: Die Informationen zur Geschichte der Stadt Khan Yunis im Gazastreifens basieren auf dem Artikel Khan Yunis (Stand vom 07.12.2025) aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und stehen unter der GNU-Lizenz [34 KB] für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.

Die Fotos aus der Wikimedia Commons "Eyecatcher: " - "Straße in Gaza - Autor: Manar al Zraiy" - "Blick auf Teile des Hafens von Gaza im Jahr 2007 - Autor: Marcin Monko" - "Siedlung Morag - Gewächshäuser wie diese bildeten das Zentrum der Industrie innerhalb des Blocks - Autor: Yakob Ben-Avraham" - "...ehem. Karawanserei und Barquq Burg in Khan Yunis, 2016; Kinder spielen in den Ruinen von Khan Yunis; (2 Fotos) - Autor: DYKT Mohigan" - "Eine Mutter und ihr Kind stehen neben ihrem Zelt im Flüchtlingslager Khan Younis, das nach dem Krieg von 1948 errichtet wurde - Autor: UNRWA Archive - Photographer Unknown - UNRWA: United Nations Relief and Works Agency for Palestine Refugees in the Near East" - "Der Kommandeur der 202. Brigade, Oberstleutnant Ariel Sharon, unterrichtet die Soldaten des 890. Bataillons in Vorbereitung auf die Operation Elkayam - Angriff auf ägyptische Stellungen in Khan Yunis - Autor: Avraham Vered / IDF-Sprechereinheit" - "Khan Yunis Flüchtlingslager, 2001 - Autor: Adnan Abu Hasna - UNRWA: United Nations Relief and Works Agency for Palestine Refugees in the Near East" sind unter der Lizenz Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported verfügbar.

Die Fotos aus der Wikimedia Commons "Eyecatcher: Zerstörung durch die IDF in Khan Yunis in 2025 - Autor: Jaber Jehad Badwan" - "Außenansicht der Burg Barquq, 2020 - Autor: Ahmed Hasi Alagha" - "Krankenwagen der Palästinensischen Rothalbmondgesellschaft in Khan Yunis, nachdem er durch einen israelischen Luftangriff am 7. Oktober 2023 schwer beschädigt wurde - Autor: Tasnim News Agency" - "Blick auf den Strand von Khan Yunis - Autor: Dans" stehen unter der Creative Commons Attribution-ShareAlike 4.0 International (CC BY-SA 4.0) Lizenz.