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Tell Dan

Tel Dan - Nationalpark
Tel Dan - Nationalpark Eingang zum Tel Dan Naturreservat, 1 km nördlich vom Kibbutz Dan - Foto: Wikipedia - Autor: Jotpe - Lizenz s.u.



Übersicht

Tel Dan - Nationalpark
Tel Dan - Nationalpark Ausgrabungen am Tel Dan - Kanaanäisches Tor - Foto: Wikimedia Commons - Autor: http://www.inature.info - Lizenz: s.u.



Der Tel Dan (arab. Tell el-Qadi bzw. Tell al Kadi - Hügel des Richters) ist ein etwa 20 Meter hoher und 20 Hektar großer Siedlungshügel (Tell) des Stammes Dan am Fuße des Berges Hermon, etwa einen Kilometer nördlich des heutigen Kibbuz Dan in der Hulaebene, Obergaliläa, im Norden Israels und an der Grenze der von Israel besetzten Golanhöhen. Hier liegt auch die größte der drei Jordanquellen mit dem Quellfluss Dan. Nachdem 1966 Wasserplaner die Quelle ableiten wollten, siegten die Naturschützer und Tel Dan wurde ein Naturreservat.

In der frühen kanaanitischen Zeit wurde hier die erste Stadt gebaut, die zwischen 2700 und 2400 v. Chr. besiedelt war. Es handelte sich um die Stadt Laish (auch Leshem ), die der Stamm Dan eroberte.


Fluss Dan

Tel Dan - Nationalpark
Tel Dan - Nationalpark Tel Dan Nationalpark - Foto: Wikimedia Commons - Autor: Tamar Marom - Lizenz: s.u.


Die Quellen des Dan grenzen an das Gebiet der Golanhöhen, ein strategisch wichtiges Hochplateau, das völkerrechtlich zu Syrien gehört, aber seit dem Sechstagekrieg 1967 von Israel besetzt ist. Der Staat Israel annektierte das Gebiet 1981, was international überwiegend nicht anerkannt wird. Es handelt sich um besetztes Territorium, das de facto derzeit unter israelischer Verwaltung und Kontrolle steht. Hier in diesem Gebiet entspringt auch der Fluss Dan, der wichtigste Quellfluss des Jordans. Der Fluss Dan ist neben Hazbani und Banyas einer der drei Quellflüsse des Jordan.

Die Quelle des Dan ist mit einer mittleren jährlichen Schüttung von 240 Millionen Kubikmetern die größte Karstquelle im Nahen Osten. [2]


Tel Dan - Nationalpark
Tel Dan - Nationalpark Tel Dan - Foto: Wikimedia Commons - Autor: Fallaner - Lizenz: s.u.


Bis 1967 war die Dan-Quelle die einzige Jordanquelle auf israelischem Gebiet. Seit der international nicht anerkannten Annexion der Golanhöhen und der Ausdehnung des Nordbezirks wird auch die Banyas-Quelle von Israel kontrolliert. Der Dan selbst ist nur etwa 20 Kilometer lang und verbindet sich am Nordende der Hulaebene mit Hazbani und Banyas zum Jordan. Durch den Wasserreichtum konnte sich im Umkreis der Quelle und am Fluss eine üppige Vegetation entwickeln; das Gebiet ist heute ein Naturschutzgebiet.

Unmittelbar an der Quelle liegt der Tel Dan mit Ausgrabungen der antiken Stadt Dan; in der Nähe befindet sich auch der Kibbuz Dan. [2]


Nationalpark Tel Dan

Tel Dan - Nationalpark
Tel Dan - Nationalpark Unmittelbar neben dem Eingang zum Naturschutzgebiet Tel Dan erhebt sich der Berg Har Dov in 11 km Entfernung auf eine Höhe von 1180 m - Foto: Wikimedia Commons - Autor: Jotpe - Lizenz: s.u.


Der Nationalpark Tel Dan ist besonders für Naturliebhaber zu empfehlen. Besonders schön angelegte Wege - zum Teil auch Brücken über die vielen Bäche in diesem Gebiet - führen durch eine unvorstellbar schöne Landschaft. Teilweise verläuft der Weg über Holzstege durch eine kleine Ebene und dann später beginnt ein leichter Anstieg, der zu den archäologischen Sehenswürdigkeiten des Tel Dan führt. Die Quellen des Dan verteilen sich auf mehrere Quellpools im Reservat. Mit einer jährlichen Schüttung von 240 Millionen Kubikmeter ist der Dan nicht nur der größte der drei Jordan-Quellflüsse, sondern auch die ergiebigste Quelle im Nahen Osten. Gleichzeitig ist das Quellgebiet des Dan sehr klein, nahezu das gesamte Wasser des Flusses entspringt den Tiefenquellen. [2]


Dan-Quelle

Tel Dan - Nationalpark
Tel Dan - Nationalpark ...der Quellfluss Dan... - Foto: Wikimedia Commons - Autor: Dror Feitelson - Pikiwiki Israel - Lizenz: s.u.


Dadurch tritt das Wasser mit einer konstant niedrigen Temperatur von 14,5 °C und mit hoher Qualität und Reinheit zutage. Israel hatte seinerseits bereits in den frühen 1960er Jahren eine Wasserableitung aus der Dan-Quelle geplant, um der Wasserknappheit in Israel zu begegnen. Ab 1966 wurden die Möglichkeiten, das Wasser des Dan zu nutzen, heftig zwischen Wasserplanern und Naturschützern diskutiert. Die Naturschützer forderten den Erhalt der Natur in Tel Dan und drängten auf eine Wasserentnahme weiter flussabwärts. Nach dreijähriger Diskussion setzten sie sich durch, und das Gebiet des Tel Dan wurde zum Naturreservat erklärt.



PikiWiki Israel 16975 Tel Dan wall

Stadtmauer der historischen Stadt Dan - heute Tell Dan - eingebunden über Wikimedia Commons


Geschichte Tel Dan

Tel Dan - Nationalpark
Tel Dan - Nationalpark Tel Dan - Foto: Wikimedia Commons - Autor: Fallaner - Lizenz: s.u.


Die erste Stadt wurde um 2700 v. Chr. gegründet und von kanaanitischen Stämmen besiedelt. Die Stadt Lajisch (auch Leshem, Laish genannt) soll später vom israelitischen Stamm Dan erobert und weiter bewohnt worden sein (Ri 18,11-31 EU). Nach der Teilung des salomonischen Reiches soll der israelitische König Jerobeam die Stadt Dan zur Kultstätte und zur Alternative zum Jerusalemer Tempel erhoben haben. Die Kultstätte an erhöhter Stelle nördlich der Dan-Quelle wurde bis in die hellenistische Periode genutzt. In der Römerzeit wurde die Stadt verlassen, die Besiedelung verlagerte sich nach Banyas. 1838 erkannte der amerikanische Theologe und Archäologe Edward Robinson (1794 - 1863) in dem Tel die biblische Stadt Dan.

1966 begann ein Archäologenteam unter der Leitung von Professor Avraham Biran mit Ausgrabungen. Dabei wurde ein gepflasterter öffentlicher Platz freigelegt. Im Sommer 1993 wurde ein schwarzer Basaltblock entdeckt, der die Tel-Dan-Inschrift trägt.


Tel Dan - Nationalpark
Tel Dan - Nationalpark Tel Dan - Tor zur antiken Stadt Dan - Foto: Wikimedia Commons - Autor: Fallaner - Lizenz: s.u.


Im Jahr 1964 kam es im sogenannten „Wasserkrieg“ zu militärischen Auseinandersetzungen um die Nutzung der Quelle zwischen Syrien und Israel. Anlass war die Grenzziehung von 1923 zwischen dem britischen Völkerbundmandat für Palästina und dem französischen Völkerbundmandat für Syrien und Libanon. Die Grenze wurde einst mit einem Bleistiftstrich auf der Karte direkt nördlich von Tel Dan gezogen, um die Grenzen des britischen Mandatsgebiets im Norden und um die Grenzen des französischen Mandatsgebiets im Süden festzulegen. Israel behauptet fälschlicherweise in seiner neueren Geschichtsschreibung, die Grenzziehung im Norden des Mandatsgebiets der Briten sei entstanden, um die zionistischen Ansprüche aus der Balfour-Deklaration- ein Eretz Israel* von Dan bis Beʾer Scheva gemäß der biblischen Überlieferung - zu verwirklichen. Nach der Ansicht Israels entsprach der Strich auf der Karte einem Streifen von etwa 130 Metern Breite, in dem sich auch die Dan-Quellen befinden. Beide Seiten - Israel und Syrien - beanspruchten dieses Gebiet für ihre eigenen, nationalen Interessen.

*In der Balfour-Erklärung vom 2. November 1917 kommt der Name Eretz Israel nicht vor! Da die Balfour-Erklärung nur allgemein von der Schaffung einer „Nationalen Heimstätte für die Juden“ sprach, und weder die Frage der Einwanderung noch die der politischen Organisation und die Grenzen des künftigen Palästina behandelte, mussten diese Fragen im Nachhinein noch geklärt werden.


Banyas
Banyas Sechstagekrieg, 1967 - zerstörter syrischer Panzer im Fluss Banyas - Foto: Wikimedia Commons - Autor: Bentzy - Lizenz: s.u.


Der Staat Syrien leitete daraus den Anspruch ab, die Quellen anzuzapfen und das Wasser nach Norden abzuleiten. Um diesem Anspruch Nachdruck zu verleihen, wurde im 400 Meter entfernten Dorf Nohila ein Militärposten eingerichtet, auf dem Panzer stationiert wurden. Israel reagierte mit dem Anlegen einer befestigten Patrouillenstraße an der Nordflanke des Tells und mit einer permanenten Belegung des israelischen Militärpostens auf dem Tell. Nach immer häufigeren Feuergefechten beschoss die syrische Armee am 13. November 1964 den Kibbuz Dan. Israel reagierte mit einem massiven Einsatz von Land- und Luftstreitkräften und zerstörte den syrischen Militärposten und die Geräte, die für die syrische Wasserableitung vorgesehen waren. Weitere syrische Bemühungen, die Hoheit über die Dan-Quellen zu erlangen, wurden durch die Ergebnisse des Sechstagekriegs von 1967 nichtig gemacht.

Zudem beendete Israel einseitig das Abkommen über die seit 1974 bestehende israelisch-syrische Waffenstillstandslinie auf den Golanhöhen unmittelbar nach dem Zusammenbruch des Assad-Regimes am 8. Dezember 2024, indem israelische Panzer und Truppen die seit 50 Jahren bestehende Waffenstillstandslinie überschritten.


Informationen:

Tel Dan - Nationalpark
Tel Dan - Nationalpark Tel Dan Nature Reserve - Foto: Wikimedia Commons - Autor: Heritage Conservation Outside The City - Pikiwiki Israel - Lizenz: s.u.


Der Nationalpark Tel Dan befindet sich unweit der Nationalstraße 99 in Ober-Galiläa und liegt etwa 12 Kilometer nördlich der Stadt Kiryat Shmona in der Nähe des Kibbutz Dan. Im Eingangsbereich des Nationalparks Dan neben dem Kassenhäuschen befindet sich eine kleine Cafeteria, wo Sie sich erfrischen können.

Weitere Informationen zur Israel Nature and Parks Authority - Tel Dan Nature Reserve finden Sie hier...!


Tel Dan - Nationalpark
Tel Dan - Nationalpark Tel Dan - Foto: Wikimedia Commons - Autor: Fallaner - Lizenz: s.u.



Adresse:

Tel Dan Nature Reserve

...über die Road 99 in Richtung Kiryat Shmona – Mas’adeh,
nach 11 km östlich bis zur Kreuzung Metsudot, in der Nähe ist das Kibbutz Dan.

Kontakt:

Telefon: 04-6951579

Fax: ‎04-6950128

E-Mail: avishaga@npa.org.il

Internet: parks.org.il

Facebook: Nature and Parks Authority

Instagram: Nature and Parks Authority


Öffnungszeiten:

Sommer: Sonntag - Donnerstag: 08.00 - 17:00 Uhr, Freitags und Feiertage: 08:00 - 16:00 Uhr;
Winter: Sonntags - Donnerstag: 08.00 - 16:00 Uhr; Freitags und Feiertage: 08.00 - 15:00 Uhr;
Yom Kippur: 08.00 - 13:00 Uhr;

Die Kasse schließt eine Stunde vor der Schlußzeit;


Quellennachweis:

Tel Dan - Nationalpark
Tel Dan - Nationalpark Tel Dan Nature Reserve - Foto: Wikimedia Commons - Autor: Heritage Conservation Outside The City - Pikiwiki Israel - Lizenz: s.u.


1.: Die Informationen zur Geschichte des Tel Dan basieren auf dem Artikel Tel Dan (Stand vom 16.10.2007) aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und stehen unter der GNU-Lizenz [34 KB] für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.

2.: Die Informationen zu den Quellen des Dan stammen aus der Wikipedia, zuletzt abgerufen am 24.02.2026!

Die Fotos aus der Wikimedia Commons "Tel Dan Nationalpark - Autor: Tamar Marom" - "Tel Dan Nature Reserve - Autor: Heritage Conservation Outside The City - Pikiwiki Israel" - "Tel Dan, Karstquelle - Autor: Mboesch" - "Ausgrabungen am Tell Dan - Kanaanäisches Tor - Autor: http://www.inature.info" - "...der Quellfluss Dan... - Autor: Dror Feitelson - Pikiwiki Israel" sind lizenziert unter der Creative Commons "Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Unported" Lizenz.

Die Fotos aus der Wikimedia Commons "Tel Dan - Naturreserve; Tel Dan - Tor zur antiken Stadt Dan; (4 Fotos) - Autor: Fallaner" - "Eingang zum Tel Dan Naturreservat; Eingangsbereich zum Naturschutzgebiet Tel Dan - von hier aus ist der Berg Har Dov in 11 km Entfernung auf eine Höhe von 1180 m zu sehen; (2 Fotos) - Autor: Jotpe" - "Sechstagekrieg, 1967 - zerstörter syrischer Panzer im Fluss Banyas - Autor: Bentzy" sind lizensiert unter der Namensnennung-Share Alike 4.0 International Deed (CC BY-SA 4.0) Lizenz.


Fotos Tel Dan