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Migdal (Magdala)

Migdal (Magdala)
Migdal (Magdala) See Genezareth - Fischerhaus von Magdala



Überblick

Migdal (Magdala)
Migdal (Magdala) Sylvia Rafael square in Migdal - Foto: Wikipedia - Autor: Dr. Avishai Teicher - Lizenz: s.u.



Migdal ist die in Europa unter Magdala besser bekannte neutestamentliche Stätte, der einstige Heimatort der Maria Magdalena. Im Neuen Testament wird der Ort in der aramäischen Form Magdala genannt, bei Flavius Josephus heißt der Ort Tarichea und arabisch wird er Qaryat al-Maǧdal genannt. Migdal ist ein Dorf am Westufer des See Genezareth, etwa 6 Kilometer nördlich von Tiberias. Archäologische Ausgrabungen im Auftrag der Israel Antiquities Authority (IAA), die im Jahr 2006 durchgeführt wurden, ergaben, dass die Besiedlung in der hellenistischen Periode (zwischen dem 2. und 1. Jahrhundert v. Chr.) begann und in der spätrömischen Periode (3. Jahrhundert n. Chr.) endete. Spätere Ausgrabungen in den Jahren 2009 – 2013 brachten die vielleicht wichtigste Entdeckung des Ortes ans Tageslicht: eine antike Synagoge, die sogenannte „Migdalsynagoge“. Es ist die älteste Synagoge in Galiläa und eine der wenigen Synagogen aus dieser Zeit, die bisher im ganzen Land gefunden wurden. Bei den Ausgrabungsarbeiten wurde auch der Magdala-Stein entdeckt, in den ein siebenarmiges Menora-Symbol eingraviert ist. Es ist die früheste Menora jener Zeit, die außerhalb Jerusalems entdeckt wurde. [2]





Erwähnung im Neuen Testament

Michelangelo Merisi da Caravaggio
Michelangelo Merisi da Caravaggio Caravaggio: Büßende Magdalena, 1594-96, Ölgemälde. Galeria Doria Pamphili, Rom - Foto: Wikipedia (gemeinfrei)


Im Neuen Testament wird dieser Ort wie im folgenden beschrieben:

Nach den Evangelien trieb Jesus Maria Magdalena sieben Dämonen aus (Lk 8,2 EU; Mk 16,9 EU). Maria Magdalena gehörte zu den Frauen, die Christus nachfolgten und mit für seinen und der Jünger Unterhalt sorgten (Lk 8,3 EU). Diese Frauen folgten ihrem Herrn nach Jerusalem und sahen bei der Kreuzigung von weitem zu (Mt 27,55f EU), halfen beim Begräbnis (Mt 27,61 EU; Mk 15,47 EU) und entdeckten am Ostermorgen das leere Grab (Mk 16,1–5 Lut17, Joh 20,1 EU). Nachdem Maria Magdalena hiervon den Jüngern berichtet hatte, begegnete ihr als erste der Auferstandene und trug ihr die Auferstehungsbotschaft an die Jünger auf (Joh 20,11–18 EU).


"Und als der Sabbat vergangen war, kauften Maria Magdalena und Maria, die Mutter des Jakobus, und Salome wohlriechende Öle, um hinzugehen und ihn zu salben. Und sie kamen zum Grab am ersten Tag der Woche, sehr früh, als die Sonne aufging. Und sie sprachen untereinander: Wer wälzt uns den Stein von des Grabes Tür? Und sie sahen hin und wurden gewahr, dass der Stein weggewälzt war; denn er war sehr groß. Und sie gingen hinein in das Grab und sahen einen Jüngling zur rechten Hand sitzen, der hatte ein langes weißes Gewand an, und sie entsetzten sich." (Markus 16,1–5 Lut17)."


Maria Magdalena

Maria Magdalena
Maria Magdalena Maria Magdalena begegnet dem auferstandenen Christus, Fresko, um 1320, Basilika in Assisi, Unterkirche - Giotto di Bondone - Web Gallery of Art - Foto: Wikipedia (gemeinfrei)


Maria Magdalena stammte aus dem Ort Magdala am See Genezareth. Ihr Gedenktag ist der 22. Juli. Über Maria Magdalena oder Maria von Magdala wird im Neuen Testament berichtet. Die Evangelisten erwähnen sie als Begleiterin Jesu und Zeugin der Auferstehung. Ihr Beiname verweist auf den Ort Magdala am See Genezareth im Heiligen Land. Der Name Magdala ist wohl als Herkunftsort zu verstehen: Magdala am See Genezareth bei Tiberias, dem heutigen Migdal in Israel. Ihr Name ist mit dem Leiden und der Auferstehung Jesu in der Bibel verknüpft. Von mehreren Frauen ist hier die Rede- eine von ihnen ist Maria aus Magdala. Maria von Magdala war Zeugin des Ostergeschehens.



MAGDALA AERIAL

Archäologischer Park Magdala – Luftbild - eingebunden über Wikimedia Commons


Geschichte

Migdal (Magdala)
Migdal (Magdala) See Genezareth - Luftbild des Ausgrabungsgebietes - Foto: Wikipedia - Autor: Avram G raicer - Lizenz: s.u.


In der Antike war Magdala eine größere Stadt. Das hellenistisch geprägte Tarichea war wahrscheinlich spätestens seit dem 1. Jahrhundert v. Chr. einer der größten Orte Galiläas mit nach Flavius Josephus angegebenen 37.600 Einwohnern. Historische Quellen unter anderem von Flavius Josephus, Plinius dem Älteren, Cicero und Sueton betonen die Bedeutung dieser Stadt in frührömischer Zeit aufgrund der ausgezeichneten gesalzenen Fische und des Marktes. Das neutestamentliche Magdala ist bekannt als die Heimat von Maria Magdalena (Maria von Magdala), einer frühen Anhängerin Jesu. Magdala wird in der Bibel 11 Mal und da ausschließlich in den vier Evangelien, im Zusammenhang mit Maria Magdalena erwähnt.


Migdal (Magdala)
Migdal (Magdala) See Genezareth - Magdala-Stein - Foto: Wikipedia - Autor: Hanay - Lizenz: s.u.


Außerdem wird im Matthäus-Evangelium berichtet, dass Jesus nach dem Wunder der Speisung der 4000 ins Boot stieg und in die Gegend von Magadan fuhr (Mt 15,39 EU). Dieser Ort wird im Markus-Evangelium als Dalmanutha (Mk 8,10 EU) bezeichnet und in einigen älteren Bibelübersetzungen (u. a. Lutherbibel von 1953 und in der Jörg-Zink-Bibel) mit Magdala gleichgesetzt. Für diese Ansicht spricht, dass der Buchstabe n in hebräischen Wörtern im Aramäischen oft durch ein l ersetzt wird. Es ist also möglich, dass aus Magadan Magdala wurde. Es ist anzunehmen, dass Jesus selber in Magdala gewesen ist und in der dortigen Synagoge lehrte (Mt 4,23 EU).


Migdal (Magdala)
Migdal (Magdala) Migdal am See Genezareth - Foto: Wikipedia - Autor: Horstege - Lizenz: s.u.


Damit bekommt dem archäologischen Park mit Ruinen aus dem 1. Jahrhundert eine besondere geschichtliche Bedeutung sowohl aus jüdischer als auch aus christlicher Sicht zu. Josephus zufolge kämpften die Einwohner des Ortes gegen Herodes I. und die Römer. Schutz fanden sie vor den Verfolgern in den zahllosen Höhlen des Wadi el-Hamam, einem canyonartigen Tal westlich von Migdal. Im Rahmen dieser Auseinandersetzungen wurde der Ort im Jahr 67 n. Chr. zerstört. Laut historischer Quellen hat im 4. Jahrhundert Helena - Mutter Konstantins des Großen - die Ruinen des alten Magdala aufgesucht und eine Basilika über dem Ort errichten lassen, wo damals das Haus von Maria Magdalena vermutet wurde. Kreuzfahrer errichteten im 12. Jahrhundert eine Kirche, die später gänzlich verfiel. Bis 1948 befand sich hier das arabische Fischerdorf al-Majdal. Im Unabhängigkeitskrieg wurde das Dorf dem Erdboden gleichgemacht. Die heutige landwirtschaftliche Siedlung Migdal geht auf das Jahr 1910 zurück und hatte am 31. Dezember 2016 1880 Einwohner. [1]


Ausgrabungen

Migdal (Magdala)
Migdal (Magdala) Fischbecken im Marktbereich - Foto: Wikipedia - Autor: Ori~


In den 1970er-Jahren und von 2007 bis 2009 wurden auf dem Gelände der Franziskaner (OFM) Ausgrabungen durchgeführt. Bei Notgrabungen vor dem Bau eines Hotels auf dem benachbarten Grundstück der Legionäre Christi wurden im August 2009 Überreste einer circa 120 Quadratmeter großen antiken Synagoge mit Mosaikfußboden, umlaufenden Steinbänken und freskengeschmückten Wänden gefunden. Am 28. Mai 2014 wurde der touristisch zugängliche archäologische Park von Magdala eröffnet. Er umfasst außer dem bedeutendsten Fund, der Synagoge aus dem 1. Jahrhundert, den Marktbereich, Privathausanlagen, das Fischerhaus, den rituellen Bezirk mit dem Haus des Würfels und ein Lagerhaus am Kai. Eine gepflasterte Straße in Nord-Süd-Richtung schließt südlich an die Synagoge an. Östlich dieser Straße sind Reste von kleinen Geschäften erkennbar.


Migdal (Magdala)
Migdal (Magdala) Magdala - Foto: Wikipedia - Autor: Ori~


Hier wurden Reste von Tongeschirr, von Webgut und Lebensmitteln gefunden. Einige dieser Geschäfte sind mit kleinen Becken ausgestattet, die der Verarbeitung und dem Handel mit Fischen gedient haben mögen. Das Besondere der hier gefundenen Siedlungsreste ist, dass die Schicht Stratum 3 aus der frühen römischen Periode, d. h. aus dem 1. Jahrhundert v. Chr. und 1. Jahrhundert n. Chr. dominiert, da dieser Ort nach seiner Zerstörung im Jahr 67 n. Chr. kaum noch besiedelt und überbaut wurde (nur wenig Reste im Stratum 1 aus der byzantinischen Periode und im Stratum 2 aus der späten römischen Periode). Es wurden 2.500 Münzen sowohl aus dem 1. als auch aus dem 2. Jahrhundert gefunden. Letztere zeigen, dass Magdala wohl doch nicht komplett zerstört wurde – entgegen dem Bericht von Flavius Josephus. [1]


Magdala Center

Migdal (Magdala)
Migdal (Magdala) Blick zur Kirche Duc In Altum, Magdala center, Migdal, Israel - Foto: Wikipedia - Autor: Bahnfrend - Lizenz: s.u.


Das Magdala Center befindet sich in Migdal, dem antiken Magdala des Neuen Testaments am See Genezareth. Es handelt sich hier um ein vollständig neu erbautes Pilgerzentrum an einem authentischen biblischen Platz. Hier befindet sich die älteste Synagoge in Galiläa, deren Ruinen aus dem 1. Jahrhundert n. Chr. besichtigt werden können. Weiterhin wurde ein Kirchenkomplex gebaut, der den Namen „Duc In Altum“ trägt. Der Name wird aus dem Lukasevangelium abgeleitet, wo Jesus den Simon Petrus anweist, „Fahr hinaus auf den See! Dort werft eure Netze zum Fang aus! (Lk 5,4)“. Duc In Altum wird auch als „das spirituelle Zentrum im Heiligen Land“ bezeichnet. Der Kirchenkomplex beherbergt das Frauenatrium, die Bootskapelle, die Mosaikkapellen und eine Begegnungskapelle.


Migdal (Magdala)
Migdal (Magdala) Mosaik-Kapelle der Berufung der Jünger Simon Petrus und Andreas durch Jesus - Magdala Center - Foto: Wikipedia (gemeinfrei)


Auch ein schönes Gästehaus ist entstanden, dass in diesen Tagen eingeweiht und eröffnet wird. Ein besonderes architektonisches Element in der Kirche ist der Altar in Form eines Schiffes. Durch das dahinterliegende Fenster sieht man auf den See Genezareth, an dessen Ufer sich einst ein kleiner Hafen befand, der zu dem antiken Magdala gehörte.

Adresse:

MAGDALA

Migdal Junction,
P.O. Box 366,

1495000 Migdal, Israel

Telefone: +972 4 620 9900

E-Mail: info@magdala.org

Öffnungszeiten:

Ganzjährig: Montag - Sonntag - 08:00 – 18:00 Uhr;


Karte der Region Tiberias
Karte der Region Tiberias A map of the Tiberias region indicating the location of Al-Majdal published in 1880 by the Palestine Exploration Fund - Foto: Wikipedia (Public domain)


Al-Majdal

Al-Majdal
Al-Majdal ...der arabische Ort al-Majdal, See Genezareth, circa 1890/1900, Schrein von Muhammad al-'Ajami im Vordergrund - Foto: Wikipedia (Public domain)


Der Siedlungsvorläufer des heutigen Migdal an dieser Stelle war das Dorf Al-Majdal (arabisch: المجدل, „Turm“, auch transliteriert Majdal, Majdil und Mejdel). Al-Majdal war ein palästinensisch-arabisches Dorf am Westufer des Sees Genezareth, etwa 4,8 Kilometer nördlich von Tiberias und südlich von Khan Minyeh. Es wird mit dem Standort der alten Stadt von Magdala identifiziert, der traditionell der Geburtsort von Maria Magdalena ist. Christliche Pilger schrieben ab dem 6. Jahrhundert von ihren Besuchen, dass sie das Haus und die Kirche von Maria Magdalena besichtigt hatten. Es ist jedoch wenig über das Dorf in der Mamluken- und frühen osmanischen Zeit bekannt, was darauf hindeutet, dass es wahrscheinlich klein oder unbewohnt war. Im 19. Jahrhundert dokumentierten westliche Reisende, die sich für die biblische Geschichte Palästinas interessierten, ihre Beobachtungen von Al-Majdal und bezeichneten es allgemein als ein sehr kleines und armes muslimisches Dorf.


Al-Majdal (Magdala)
Al-Majdal (Magdala) Schrein von Muhammad al-Ajami in der Nähe des Ortes Migdal - Foto: Wikipedia - Autor: Orest2000 - Lizenz: s.u.


In den Jahren 1910 - 1911 gründeten russische Zionisten Migdal neben Al-Majdal. Kurz vor dem Ausbruch des arabisch-israelischen Krieges von 1948 wurde Al-Majdal entvölkert und anschließend weitgehend zerstört. Die israelische Stadt Migdal hat sich seitdem auf einen Teil des ehemaligen Landes des Dorfes ausgedehnt. Das kleine muslimisch-arabische Dorf Al-Majdal befand sich südlich des von den Franziskanern erworbenen Landes. Das einzige Überbleibsel des Dorfes Al-Majdal ist das alte Heiligtum (Schrein) von Muhammad al-Ajami, ein niedriges quadratisches Steingebäude mit einer (ehemals) weiß getünchten Kuppel. Das Land in der näheren Umgebung wird seit dem 22. April 1948 (dem Zeitpunkt der Entvölkerung und Vertreibung) von Israelis kultiviert. [3]


Korazim (Korazin)

Korazim
Korazim Detail der Synagoge - Foto: Wikipedia (gemeinfrei)


Von der Stadt Tiberias bietet sich ein Ausflug nach Korazim (auch als Chorazin bekannt) an, einer interessanten ehemaligen Synagoge nördlich von Tiberias an der Hauptstraße in Richtung Rosh Pina und Hatzor. Man biegt von der Hauptroute in den Norden Israels nach rechts in einen kleinen ausgeschilderten Zufahrtsweg zur ehemaligen Synagoge. Etwa 5 Minuten später ist man am Haupteingang mit Parkplatz und dem Tickethäuschen angelangt....

Weitere Informationen zu Korazim, einer interessanten ehemaligen Synagoge am See Genezareth finden Sie hier....!


Quellenhinweis:


1.:
Die Informationen zur antiken Stätte Migdal am See Genezareth basieren auf dem Artikel Migdal (Stand vom 19.06.2019) aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und stehen unter der GNU-Lizenz [34 KB] für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.

2.: Informationen zur Entdeckung der sogenannten Migdalsynagoge in Migdal (Magdala) am See Genezareth stammen aus der Wikipedia, zuletzt abgerufen am 10.12.2019!

3.: Informationen zum früheren arabischen Dorf Al-Majdal stammen aus der Wikipedia, zuletzt abgerufen am 10.12.2019!

Die Fotodateien "See Genezareth - Magdala-Stein - Autor: Hanay" - "See Genezareth - Luftbild des Ausgrabungsgebietes - Autor: Avram Graicer" - "Migdal am See Genezareth - Autor: Horstege" - "Sylvia Rafael square in Migdal - Autor: Dr. Avishai Teicher" wurden unter den Bedingungen der Creative Commons" - „Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 UnportedLizenz veröffentlicht.

Die Fotos "Schrein von Muhammad al-Ajami in der Nähe des Ortes Migdal - Autor: Orest2000" - "Blick zur Kirche Duc In Altum, Magdala center, Migdal, Israel - Autor: Bahnfrend" sind lizenziert unter der LizenzNamensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 International (CC BY-SA 4.0)“.


Fotos aus Migdal (Magdala)

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