Safed
Überblick
Weiter geht unser Besuch zur mystischen Stadt Safed, dem einstigen Zentrum der Kabbala. Die Stadt liegt auf einer Anhöhe und von hier aus bietet sich ein wunderbares Panorama über den See Genezareth. Safed liegt in Galiläa im Norden von Israel. Im Jahr 2003 hatte die Stadt etwa 26.600 Einwohner. Große Bedeutung erlangte Safed als ein wichtiger Ort jüdischer Gelehrsamkeit. Safed, das ein Zentrum kabbalistischer Mystik war, gilt neben Jerusalem, Tiberias und Hebron als „heilige“ jüdische Stadt. Um das Jahr 1550 lebten hier annähernd 10.000 Juden, von denen viele 1492 während der Reconquista aus Spanien geflohen waren. [1]
Safed
Safed (hebräisch: Tzefat; arabisch: Safad) ist eine 840 Meter hoch gelegene Stadt in Galiläa im Nordbezirk Israels. Sie befindet sich auf einem der höchsten Berge des oberen Galiläa. Im Dezember 2016 hatte die Stadt etwa 33.600 Einwohner. Safed ist eine der vier Heiligen Städte im Judentum, zusammen mit Jerusalem, Hebron und Tiberias. Bedeutung erlangte Safed als ein wichtiger Ort jüdischer Gelehrsamkeit und war lange Zeit ein geistiges Zentrum der Kabbala. Hier in Safed wurde u.a. auch Mahmud Abbas geboren (* 26. März 1935 in Safed, Galiläa), der ein führender Politiker der palästinensischen Fatah-Bewegung ist. Seit November 2004 ist er Vorsitzender der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO), seit dem 15. Januar 2005 Präsident der Palästinensischen Autonomiebehörde und seit dem 23. November 2008 Präsident des Staates Palästina. [1]
Kreuzfahrer in Safed
Nach dem Ersten Kreuzzug errichteten die Kreuzfahrer hier im Jahr 1102 eine Burg. Diese wurde nach der Schlacht von Hattin (1187) von Sultan Saladin belagert und ihm am 6. Dezember 1188 gegen freien Abzug der Garnison nach Tyros übergeben. Nach dem Kreuzzug Theobalds von Champagne erneuerten französische Templer 1240 die Burg, die aber um 1266 endgültig von den Mamelucken erobert wurde. Sie machten Safed zur Hauptstadt des nördlichen Galiläa. Im 16. Jahrhundert wurde Safed unter osmanischer Herrschaft zur „jüdischen“ Stadt. Viele berühmte jüdische Gelehrte, unter ihnen die bedeutenden Rabbiner Josef Karo, Moses Cordovero und Isaak Luria siedelten sich hier an und festigten den Ruf Safeds als Zentrum der Kabbala.
Weitere Informationen zur Kreuzfahrerburg in Safed finden Sie hier....!
Kunstzentrum
Bereits im Jahr 1563 wurde hier die erste hebräische Druckerei Palästinas gegründet. Im 17. Jahrhundert war Safed eine der Hochburgen der messianischen Bewegung Sabbatai Zwis (Sabbatianismus). Von hier stammt eine von Sabbatai Zwis Frauen. Im 18. Jahrhundert ging die Zahl der jüdischen Bevölkerung zurück und erreichte ihren Tiefststand während der britischen Mandatszeit. Zur Zeit des Israelischen Unabhängigkeitskrieges im Jahre 1948 lebten in Safed 12.000 Araber und 1.700 Juden. Im Mai 1948 floh die arabische Bevölkerung aus der Stadt. Seitdem ist Safed eine rein jüdische Stadt. Nach der Gründung des Staates Israel hatte Safed den Status einer Entwicklungsstadt. In den 1950er und 1960er Jahren war Safed das Kunstzentrum von Israel. [1]
Künstlerkolonie
Die Künstlerkolonie wurde in der Altstadt von Safed gegründet. Es wurde ein Zentrum der Kreativität, das führende Künstler aus dem ganzen Land anzog, unter ihnen Yosl Bergner, Moshe Castel und Menachem Shemi. Einige der besten Kunstgalerien in Israel waren hier beheimatet.
Zu Ehren der Eröffnung des Glitzenstein Art Museum im Jahr 1953 spendete die Künstlerin Mane Katz acht ihrer Gemälde der Stadt Safed. Während dieser Zeit entwickelte sich Safed auch als musikalisches Zentrum des Landes. Safed wurde als Klezmer-Hauptstadt der Welt gefeiert- hier fand jährlich das berühmte Klezmer-Festival statt, das Top-Musiker aus der ganzen Welt anzog. [1]
Altes jüdisches Viertel
Der Zitadellenhügel erhebt sich östlich der Altstadt und ist nach der großen Kreuzritterburg und späteren Mamelukenfestung benannt, die dort im 12. und 13. Jahrhundert erbaut wurde und bis zur völligen Zerstörung durch das Erdbeben von 1837 intakt blieb. Die Ruinen sind noch gut sichtbar. Am Westhang unter den Ruinen der Burg steht die ehemalige britische Polizeistation, die noch immer von Einschusslöchern aus dem Krieg von 1948 übersät ist. Das alte jüdische Viertel nimmt fast die ganze nördliche Hälfte der Altstadt ein und ist der Ort, an dem der größte Teil der jüdischen Bevölkerung vor dem Krieg von 1948 lebte. Aufgrund seiner 32 Synagogen wird es heute auch Synagogenviertel genannt. Hier sind die wichtigsten Sehenswürdigkeiten: Die beiden Ari-Synagogen sind nach dem Rabbi Isaac Luria (1531 – 1573) benannt. [1]
Serail von Safed
Das Serail zu Safed in der israelischen gleichnamigen Stadt ist ein ehemaliges Serail, also ein osmanischer Gouverneurssitz. Er stammt aus den 1730er Jahren und damit aus Zeiten (um 1730 bis 1775) der Herrschaft Ẓahir al-ʿUmar al-Zaidanis. Gemäß der damals fehlenden Trennung der Funktionen war das Serail zugleich Gouverneursresidenz, Verwaltungsgebäude der Bezirksregierung, Kaserne der Sicherheitsorgane, Gefängnis und das Ganze in der Hülle eines festen Hauses zur Abwehr von Überfällen. Das Serail, eins der schönsten Gebäude der Stadt, ist eine Landmarke Safeds.
Aus Anlass des 25. Thronjubiläums des osmanischen Sultans wurde 1901 ein Uhrturm angebaut. In der britischen Zeit (1918 - 1948) blieb der Bau Sitz der Regierung des Bezirks Safad. Nach folgender militärischer und karitativer Nutzung dient der Bau seit 1975 als Kulturzentrum und Museum. [1]
Im levantinischen Arabischen erscheint das persische Lehnwort als DMG Sarāy. Es bezeichnet Bauten für Repräsentation, Wohnzwecke und Verwaltung aus osmanischer Zeit, denn private Gemächer, auch solche für Haremsdamen, wie Verwaltungsräume, waren oft unter einem Dach. Die Bezeichnung für das Serail zu Safed lautet auf hebräisch HaSarājah biZfat und auf arabisch DMG Sarāyā Ṣafad‚ Serail Safeds‘. Das Serail steht auf ebener Fläche westlich vom Hügel Har Zfat, die neben dem Serail noch Raum für den weiten westlich vorgelagerte Platz der Unabhängigkeit lässt- ein öffentlicher Platz.
Das Gebäude liegt südlich außerhalb der Altstadt, die sich an Westhängen des Burgbergs der Kreuzfahrerburg erstreckt, erstmals 1168 erbaut und 1240 riesig neu errichtet als Höhenburg der Templer, seit dem Erdbeben in Galiläa 1837 Ruine. [1]
Sehenswürdigkeiten
- Serail in Safed - ehemaliger osmanischer Gouverneurssitz;
- Rote Moschee in Safed - älteste Moschee der Stadt (13. Jahrhundert);
- Al-Ahmar Moschee - aus dem 19. Jahrhundert - heute Kunstgalerie;
- Kreuzfahrerfestung Safed - ehemalige Burg aus der Kreuzfahrerzeit;
- Ashkenazi Ari Synagoge;
- Sephardic Ari Synagoge;
- Abuhav Synagoge, benannt nach dem talmudischen Gelehrten Isaac Aboab (Hebräisch: Yitzhak Abuhav - geboren Ende des 14. Jahrhunderts in Spanien);
- Alsheich Synagoge, benannt nach Moshe Alsheich (1508 – 1593);
- Yosef Caro Synagoge, benannt nach Joseph Karo (1488 – 1575);
- Breslov Synagoge, benannt nach Nachman of Breslov (1772 – 1810);
- Hameiri Museum, Dokumentation einer jüdischen Siedlung in Safed in einem Haus aus dem 16. Jahrhundert;
- Old Jewish cemetery - alter jüdischer Friedhof;
Klezmer
Klezmer (jiddisch/hebräisch „kli zemer“ - zu deutsch: Musikinstrument, wörtl.: „Gefäß des Liedes“) ist eine aus dem aschkenasischen Judentum stammende Volksmusiktradition. Etwa um das 15. Jahrhundert entwickelten klezmorim oder klezmerim genannte Volksmusikanten eine Tradition weltlicher (nichtliturgischer) jüdischer Musik. Sie orientierten sich an religiösen Traditionen, die bis in biblische Zeiten zurückreichten; ihre musikalische Ausdrucksweise entwickelte sich indessen weiter bis in die Gegenwart. Das Repertoire besteht vor allem aus Musik zur Begleitung von Hochzeiten und anderen Festen. Ursprünglich bezog sich der Begriff klezmer (Plural klezmorim) auf die Musiker. Erst seit Beginn des Revivals, der Wiederentdeckung dieser Musik in den USA in den 1970er Jahren, findet der Begriff Anwendung zur Bezeichnung des musikalischen Genres. Bis zu diesem Zeitpunkt wurde diese Musik zumeist „jiddische“ Musik genannt. Unter Klezmer versteht man eher instrumentale Musik. [1]
Safed liegt 40 Kilometer östlich von Akkon und etwa 20 Kilometer nördlich von Tiberias. Ein wichtiger Wirtschaftszweig ist heute wegen des historischen Erbes und wegen der Höhenlage (um 840 m ü. NN) der Tourismus. Im Zuge der Israel-Libanon-Krise 2006 schlugen auch in Safed Katjuscha-Raketen ein, die die Hisbollah-Miliz im Südlibanon abgefeuert hatte. Unter anderem wurden ein Krankenhaus und eine Schokoladenfabrik getroffen. Die Stadt beherbergt eine relativ große Gemeinde ultraorthodoxer Juden.
Das Dorf Akbara am südwestlichen Stadtrand besaß bis 1948 etwa 500 arabische Einwohner, von denen die meisten der islamischen Religionsgemeinschaft angehörten. Das Dorf wurde im sogenannten Unabhängigkeitskrieg 1948 zerstört. [1]
Kreuzfahrerfestung in Safed
Safed erlangte erste lokale Bekanntheit unter den Kreuzfahrern, die dort ab 1168 eine große Festung bauten. Sie wurde bereits 20 Jahre später von Sultan Saladin erobert und 1219 von seinem Großneffen al-Mu'azzam Isa abgerissen. Nachdem sie 1240 in einem Vertrag an die Kreuzfahrer zurückgekehrt war, wurde eine größere Festung errichtet, die nach der Eroberung und Einnahme im Jahr 1268 von dem mamlukischen Sultan Baibars (1223 - 1277) aus Ägypten erweitert und verstärkt wurde, der Safed zu einer größeren Stadt und zur Hauptstadt einer neuen Provinz machte....
Weitere Informationen zur Kreuzfahrerfestung in Safed in Nordisrael finden Sie hier....!
Moscheen in Safed
In Safed gab es einst vier Moscheen- zwei davon sind noch vorhanden. Die Geschichte der ersten Moschee in Safed, einer Stadt im Norden Israels, beginnt bereits in der Zeit, in der die Kreuzfahrer sich überall im Nahen Osten zurüchziehen mussten und an ihrer Stelle die Sieger aus allen Auseinandersetzungen traten- die Mameluken. Ihr Führer - Sultan Baibars (1223 - 1277) und seine Nachfolger- sollten von nun an für Jahrhunderte das Schicksal einer großen Region bestimmen. Hier in Safed entstand zu seiner Regierungszeit die sogenannte Rote Moschee....
Weitere Informationen zu den Moscheen in Safed in Nordisrael finden Sie hier....!
Quellennachweis:
1.: Die Informationen zur Geschichte von Safed basieren auf dem Artikel Safed (Stand vom 11.01.2008) aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und stehen unter der GNU-Lizenz [34 KB]
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Die Fotos aus der Wikimedia Commons "Titelfotos: Safed Altstadt - Autor: PMATAS - View of modern Safed - Autor: Beny Shlevich" - "Rote Moschee in Safed; Ruinen der Kreuzfahrerfestung in Safed; (2 Fotos) - Autor: Bukvoed" - "Kiryat Hamanim Safed - Autor: Carlos der Große" - "Abuhav Synagoge in Safed - Autor: Roylindman" - "Stadt Safed - Autor: Matic18" - "Altstadt von Safed - Autor: Shlomitmessica" - "...eine typische Gasse im jüdischen Viertel von Safed - Autor: Bild zum Denkmalschutzprojekt Safed - Pikiwiki Israel" - "Sephardische Ari-Synagoge in Safed; Serail - ehemalige osmanische Gouverneursresidenz in Safed; (2 Fotos) - Autor: Heritage conservation picture Project - Safed Pikiwiki Israel" - "Safed Fortress - Autor: Zeller Zalmanson Pikiwiki Israel" - "Serail - ehemalige osmanische Gouverneursresidenz in Safed - Autor: yfrimer" sind lizenziert unter der Creative Commons "Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Unported" Lizenz.







