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Rafah

Gazastreifen - Rafah
Gazastreifen - Rafah Grenzübergang Rafah nach Ägypten - Foto: Wikimedia Commons - Autor: Gigi Ibrahim (gemeinfrei)




Einige der hier auf dieser Seite gezeigten Fotos sind vor dem 7. Oktober 2023 entstanden- sie zeugen noch vom weitgehend „normalen Leben“ im Gazastreifen. Sie dokumentieren den Bestand an Wohnhäusern, Geschäftshäusern, Krankenhäusern, Straßen, Feldern, Häfen, Grünflächen und Parks vor dem Ausmaß der Zerstörung durch die israelischen Streitkräfte.


Überblick

Gazastreifen - Rafah
Gazastreifen - Rafah Luftaufnahme von Rafah, 30. Juni 2012 - Foto: Wikimedia Commons - Autor: Freedom's Falcon - Palestine Remembered (gemeinfrei)



Rafah ist eine palästinensische Stadt im südlichen Gazastreifen. Sie war die Hauptstadt des Gouvernements Rafah und liegt 30 Kilometer südwestlich von Gaza-Stadt. Rafah-Stadt hatte 2017 laut dem Palästinensischen Zentralamt für Statistik 171.889 Einwohner. Bei der Volkszählung von 1997 betrug die Geschlechterverteilung in Rafah 50,5 % Männer und 49,5 % Frauen. In Rafah befindet sich der Grenzübergang Rafah, der einzige Grenzübergang zwischen Ägypten und dem Gazastreifen. Rafah war bis 1967 unter ägyptischer Besatzung, von 1967 bis 2005 unter israelischer Besatzung.

Bei der Rafah-Offensive 2024 im Verlauf des Kriegs in Israel und Gaza wurde die Stadt Rafah praktisch vollständig zerstört. [1]





Geografie und Klima

Sonnensymbol
Sonnensymbol


Rafah befindet sich in einer mediterranen Klimazone und war sehr dicht besiedelt. Das Klima entspricht dem von anderen Städten am Levantischen Meer, es gibt jedoch mehr Niederschlag. Die Sommer sind heiß und trocken, die Winter mild und regnerisch.

Die Temperaturen betragen im Sommer tagsüber etwa 30 Grad Celsius und überschreiten aufgrund der Lage am Meer selten 35 Grad Celsius. An Wintertagen ist es tagsüber meist mild bis kühl, wobei es nachts auch mal kalt wird und die Temperaturen häufig auf unter 6 Grad Celsius fallen. Der Niederschlag besteht meist aus Regen mit gelegentlichem Hagel und Schneeregen. Schneefall kommt selten vor. [1]


Geschichte Rafah

Karte von Madaba
Karte von Madaba Detail der Madabakarte (Kopie Abgusssammlung der Universität Göttingen) - Foto: Wikimedia Commoons - Autor: Ktiv - Lizenz: s.u.


Die erste Erwähnung Rafahs findet sich in einer Inschrift von Pharao Sethos I., die auf das Jahr 1303 v. Chr. datiert wird. Beim Kriegszug des Scheschonq I. in die Levante 925 v. Chr. war Rafah die erste Station. Gut 200 Jahre später, im Jahr 720 v. Chr., siegte hier Šarrum-ken II. über Ägypten. Außerdem war Rafah Schauplatz der Schlacht von Raphia zwischen Ptolemaios IV. und Antiochos III. 217 v. Chr.

Die Stadt wurde vom hasmonäischen König Alexander Jannäus erobert und wurde Teil des Hasmonäerreiches. Bei der Eroberung wurde die Stadt erheblich zerstört, sodass sie erst zur Zeit der römischen Feldherrn Pompeius und Gabinius wieder aufgebaut wurde. Letzterer scheint die eigentlichen Restaurierungsarbeiten durchgeführt zu haben, da die Neugründung der Stadt auf das Jahr 57 v. Chr. datiert. Rafah wird in Strabons Geographika (16, 2, 31) erwähnt und ist auf der Karte von Madaba abgebildet. [1]


Byzantinische Zeit

Byzanz - Mosaiken
Byzanz - Mosaiken Royal Ontario Museum - Byzantinisches Bodenmosaik, östliches Mittelmeer, 325–350 n. Chr. – Foto: Wikimedia Commons - Autor: Daderot (CCO 1.0 Universal)


In der Folge stieg die Bedeutung der Stadt und sie war bis in die frühe arabische Periode eine wichtige Handelsstadt nahe der Grenze der Provinz Syria zu Ägypten. Während der byzantinischen Ära war Rafah eine Diözese. Aus dieser Zeit wurden byzantinische Keramik und Münzen gefunden. 431 n. Chr. war Rafah beim Konzil von Ephesus vertreten, blieb aber bis heute ein Titularsitz der römisch-katholischen Kirche.

Frühe muslimische bis mamelukische Zeit

Rafah war eine der Städte, die 635 n. Chr. vom Rashidun-Kalifat unter General Amr ibn al-ʿĀs erobert wurde, und war anschließend eine wichtige Handelsstadt während der frühen muslimischen Zeit. Unter den Umayyaden und Abbasiden war Rafah die südlichste Grenze von Jund Filastin („Bezirk Palästinas“). Laut dem arabischen Geographen Al-Ya'qubi war es die letzte Stadt in der Provinz Syrien an der Straße von Ramla nach Ägypten.

Im 10. Jahrhundert und erneut im 12. Jahrhundert siedelte sich eine jüdische Gemeinde in der Stadt an, die im 11. Jahrhundert jedoch einen Niedergang erlebte und 1080 nach Aschkelon auswanderte. In dieser Zeit lebte dort auch eine Samaritanergemeinschaft. Wie die meisten Städte im Süden Palästinas hatte das antike Rafah einen Landeplatz an der Küste (heute Tell Rafah), während die Hauptstadt im Landesinneren lag. [1]


Osmanische Herrschaft und Britische Eroberung

Gazastreifen - Rafah
Gazastreifen - Rafah Schlacht von Rafah, 1917 - Foto: Wikimedia Commons - Autor: Powles, C. Guy (1922) (Public domain)


Rafah erschien in den osmanischen Steuerregistern von 1596 als Teil des „Sanjak von Gazza“. Es gab eine Bevölkerung von 15 Haushalten, allesamt Muslime, die Steuern auf Weizen, Gerste, Sommerfrüchte, Gelegenheitseinkünfte, Ziegen und Bienenstöcke zahlten. Im Jahr 1799 zog die von Napoleon Bonaparte kommandierte Revolutionsarmee Frankreichs während der Invasion in Ägypten und Syrien durch Rafah. 1917 eroberte die britische Armee Rafah und nutzte es als Basis für ihren Angriff in der ersten Schlacht um Gaza. Die Präsenz der Militärstützpunkte war ein wirtschaftlicher Anziehungspunkt, der die Menschen zurück in die Stadt brachte.

Bei der Volkszählung von 1922 in Palästina, die von den britischen Mandatsbehörden durchgeführt wurde, hatte Rafah eine Bevölkerung von 599 Einwohnern, alle Muslime und stieg bei der Volkszählung von 1931 auf 1.423 an, weiterhin waren alle Einwohner Muslime und lebten in 228 Häusern. [1]


Rafah-Massaker 1956

Gazastreifen - Rafah
Gazastreifen - Rafah Rafah Bahnhofsstation, 1956 - Foto: Wikimedia Commons - Autor: National Photo Collection of Israel, Photography dept. Government Press Office (gemeinfrei)


In den Statistiken von 1945 hatte Rafah laut einer offiziellen Land- und Bevölkerungsumfrage 40.579 Dunam Land und eine Bevölkerung von 2.220. In den 1940er Jahren wurde in Rafah ein Internierungslager betrieben. Dieses Lager erhielt im Rahmen der Operation Agatha besondere Bedeutung und wurde deshalb als Deckname des Hagana-Schiffs Athena gewählt. Nach dem Palästinakrieg von 1948 herrschte eine ägyptische Besatzung über das Gebiet und es wurden Flüchtlingslager errichtet. Im Suezkrieg zwischen Israel, Großbritannien, Frankreich und Ägypten im Jahr 1956 wurden am 12. November 1956 während des Rafah-Massakers 110 Menschen, darunter 103 Flüchtlinge, von der israelischen Armee im palästinensischen Flüchtlingslager Rafah getötet. [1]


Israelische Besatzung ab 1967

Gazastreifen - Rafah
Gazastreifen - Rafah Rafah unter israelischer Besatzung, 1985 - Foto: Wikimedia Commons - Autor: Hossam el-Hamalawy - Lizenz: s.u.


Während des Sechstagekrieges 1967 eroberten die israelischen Streitkräfte Rafah, die Sinai-Halbinsel und den Gazastreifen. Die Bevölkerung betrug etwa 55.000, von denen nur 11.000 in Rafah selbst lebten. Am Freitag, dem 9. Juni 1967, zerstörte und sprengte die israelische Armee 144 Häuser im Flüchtlingslager Rafah und tötete 23 Bewohner.

In den ersten Monaten der Ersten Intifada am 25. April 1989 wurde der 22-jährige Rafah-Bewohner Khaled Musa Armilat in Khan Yunis von israelischen Soldaten erschossen. In einem Brief an ein Mitglied der Knesset vom März 1990 erklärte Verteidigungsminister Yitzhak Rabin, dass der Bruder des Toten verhört worden sei und dass er von der israelischen Grenzpolizei ermordet worden sei. Dreieinhalb Wochen nach Armilats Ermordung, am 19. Mai, wurden in Rafah fünf Zivilisten, darunter eine 50-jährige Frau und ein 13-jähriger Junge, von israelischen Soldaten mit Plastikgeschossen getötet. Zwei der zwölf weiteren Opfer starben später an ihren Verletzungen. Im Mai 2004 genehmigte die israelische Regierung unter dem damaligen Premierminister Ariel Scharon eine weitere Massenzerstörung von Häusern in Rafah.

Im September 2005 zog sich Israel aus dem Gazastreifen zurück, doch Rafah blieb geteilt, wobei ein Teil davon auf der ägyptischen Seite der Grenze unter ägyptischer Herrschaft stand. Es wurde berichtet, dass Tunnel unter der Grenze gebaut wurden, die die beiden Teile der Stadt verbanden und den illegalen Schmuggel von Gütern und Personen ermöglichten. [1]


Tod der US-Aktivistin Rachel Corrie 2003

Gazastreifen - Rafah
Gazastreifen - Rafah Corrie, nachdem sie von einem israelischen Bulldozer tödlich verletzt wurde - Foto: Wikimedia Commons - Autor: Joe Carr - Lizenz: s.u.


Die US-Bürgerin Rachel Corrie wurde am 16. März 2003 in Rafah (Gazastreifen) bei dem Versuch, einen israelischen Armee-Bulldozer aufzuhalten, der den Auftrag hatte, palästinensische Häuser und Wohnungen zu zerstören, getötet. Corrie war zusammen mit anderen US-Aktivisten ins Westjordanland und in den Gazastreifen eingereist, um ein Zeichen zu setzen gegen die anhaltende Zerstörung von Häusern in diesem Gebiet. Sie war im Glauben, ihre US-Staatsangehörigkeit würde sie bei ihrem friedlichen Protest gegen die Maßnahmen der israelischen Streitkräfte (IDF) schützen oder zumindest privilegieren.

Rachel Aliene Corrie (* 10. April 1979 in Olympia, Washington, USA; † 16. März 2003 in Rafah, Gazastreifen) war eine US-amerikanische Aktivistin des pro-palästinensischen International Solidarity Movement (ISM). Sie wurde bei einer von den israelischen Streitkräften vorgenommenen Hauszerstörung tödlich verletzt. Ihre Todesumstände, insbesondere ob ein Tötungsdelikt bestand, blieben bis heute umstritten. Die Leitung der israelischen Streitkräfte war nicht in der Lage, die Vorwürfe, die zu ihrem Tod geführt hatten, zu entkräften.

2012 sagte Corries Vater, Craig Corrie:

„Ich weiß, dass man durch die Doppelglasfenster (er meint die Fensterscheiben des Armee-Bulldozers) nicht alles sehen kann.“ Er wies dies jedoch als Entschuldigung zurück und sagte: „Man ist dafür verantwortlich zu wissen, was sich vor der Klinge befindet … Es ist doch klar, dass das grobe Fahrlässigkeit war.“ Er fügte hinzu: „Sie hatten drei Monate Zeit, um sich zu überlegen, wie sie mit den anwesenden Aktivisten umgehen sollten.“ [3]


Politische Reaktionen

Ramallah - Westbank
Ramallah - Westbank Die Stadtverwaltung von Ramallah im Westjordanland hat eine Straße nach der US-Aktivistin Rachel Corrie benannt - Foto: Wikimedia Commons - Autor: ISM Palestine – „Rachel Corrie St. Ramallah“ - Lizenz: s.u.


Im März 2003 brachte der US-Abgeordnete Brian Baird im US-Kongress eine Resolution ein, in der er die US-Regierung aufforderte, „eine umfassende, faire und zügige Untersuchung“ von Corries Tod durchzuführen. Das Repräsentantenhaus unternahm nichts zu der Resolution. Die Familie Corrie schloss sich Bairds Forderung nach einer Untersuchung durch die USA an. Jassir Arafat, der erste Präsident der Palästinensischen Autonomiebehörde, sprach Corrie sein Beileid aus und übermittelte ihr den „Segen des palästinensischen Volkes“. Er versprach, eine Straße in Gaza nach ihr zu benennen.

Laut Cindy Corrie sagte Arafat zu Craig Corrie: „Rachel Corrie ist Ihre Tochter, aber sie ist auch die Tochter aller Palästinenser. Sie gehört jetzt auch zu uns.[3]


London - Playhouse Theater
London - Playhouse Theater Theaterstück "My Name Is Rachel Corrie" im Playhouse Theatre, London, 2006 - Foto: Wikimedia Commons - Autor: Kaihsu (Public domain)


Am 21. März 2003 forderte die Grüne Partei der Vereinigten Staaten eine Untersuchung des „Mordes an der amerikanischen Friedensaktivistin Rachel Corrie durch israelische Streitkräfte“. Im August 2012 - neun Jahre später - erklärte der US-Botschafter in Israel, Dan Shapiro, die israelische Untersuchung sei unbefriedigend und nicht so gründlich, glaubwürdig und transparent, wie sie hätte sein sollen. Shapiro fügte hinzu, die US-Regierung sei unzufrieden mit der Einstellung der offiziellen Untersuchung der israelischen Streitkräfte zu Corries Tod. [3]

Weitere Informationen zur Geschichte der US-Friedensaktivistin Rachel Corrie und ihrem Tod in Rafah, Gazastreifen, finden Sie hier....!


Benjamin Netanjahu *1949
Benjamin Netanjahu *1949 Offizielles Porträt des neunten israelischen Premierministers Benjamin Netanjahu - Foto: Wikimedia Commons - Autor: Avi Ohayon / Pressestelle der israelischen Regierung - Lizenz: s.u.


Im Frühjahr 2004 gab der damalige Ministerpräsident Ariel Scharon den Befehl an das israelische Militär, weitere palästinensische Häuser an der Grenze zu Ägypten in Rafah, Gazastreifen, niederzuwalzen. Angeblich seien dies Vergeltungsmaßnahmen für den Tod mehrerer Soldaten der IDF nach einem Anschlag militanter Palästinenser in der Siedlung Netzarim im Gazastreifen im Oktober 2023. Außerdem stand Scharon damals unter großem innenpolitischen Druck sowie den sich zuspitzenden Vorwürfen der Korruption, die ihn und seinen Sohn betrafen.

Ende Juli 2024 wurde die wichtige Wasserversorgungsanlage Canada Well in Rafah, die Rachel Corrie in ihrem letzten Lebensmonat verteidigte, von der israelischen Armee gesprengt. Die Wasserversorgungsanlage in Rafah war 1999 mit Mitteln der Canadian International Development Agency aufgebaut worden. Israelische Soldaten, die das Wassersystem zerstörten, führten eine Strategie aus, die von der Netanjahu-Regierung ausdrücklich formuliert wurde.

Ministerpräsident Netanyahu selber ist von den gegen ihn erhobenen Korruptionsvorwürfen gezeichnet und arbeitet auf ähnliche Weise wie sein Vorgänger Ariel Scharon, er hofft, dass die neuen militärischen Aktionen im März 2026 gegen den Iran im Verbund mit der USA und gegen den Staat Libanon sein Schicksal noch wenden können- hoffentlicht nicht!


Bürgerkrieg 2007

Gazastreifen - Rafah
Gazastreifen - Rafah Die Stadt Rafah ist durch die Grenze zwischen Ägypten (links) und Gaza und Israel (rechts) in einen ägyptischen und einen palästinensischen Teil getrennt, aufgenommen von der Internationalen Raumstation, Januar 2013 - Foto: Wikimedia Commons - Autor: NASA/Chris Hadfield (gemeinfrei)


Spannungen zwischen Fatah und Hamas begannen 2005 nach dem Tod von Jassir Arafat im November 2004 zuzunehmen. Nach den Parlamentswahlen am 25. Januar 2006, die mit einem Sieg der Hamas endeten, waren die Beziehungen von sporadischen Fraktionskämpfen geprägt. Diese wurden intensiver, nachdem es den beiden Parteien wiederholt nicht gelungen war, eine Einigung über die Aufteilung der Regierungsmacht zu erzielen. Im Juni 2007 eskalierte die Lage und führte zum Bürgerkrieg in Gaza und zur Machtübernahme durch die Hamas. Ein Hauptproblem war die Kontrolle der Grenzübergänge, insbesondere des Grenzübergangs in Rafah.

Die palästinensische unabhängige Kommission für Bürgerrechte hat festgestellt, dass bei den Kämpfen zwischen Januar 2006 und Mai 2007 über 600 Palästinenser getötet wurden. Im Zuge des Konflikts wurden in den folgenden Jahren Dutzende weitere Menschen getötet oder hingerichtet. Der Versöhnungsprozess und die Vereinigung der Regierungen von Hamas und Fatah sind noch nicht abgeschlossen und die Situation gilt als eingefrorener Konflikt. Nach dem Kampf um Gaza im Juni 2007 zwischen Milizen der verfeindeten palästinensischen Hamas und Fatah sowie weiteren militanten palästinensischen Gruppen endete die Regierung der nationalen Einheit, bei der Hamas und Fatah eine Art große Koalition gebildet hatten. Viele Fatah-Kämpfer flohen im Verlauf der Kämpfe nach Ägypten oder in das mehrheitlich von der Fatah kontrollierte Westjordanland. [1]


Gazakrieg 2014

Gazastreifen
Gazastreifen Originaltitel: "The home of the Kware' family, after it was bombed by the military, while family members and neighbors were present inside the house and in its vicinity." - Foto: Wikimedia Commons - Autor: Muhammad Sabah and B'Tselem - Lizenz: s.u.


Im Gazakrieg 2014 sollte eine geplante 72-stündige Waffenruhe am 1. August die Kämpfe im Gazastreifen unterbrechen. Als IDF-Soldaten daran gingen, im Niemandsland bei Rafah einen Tunnel zu zerstören, griffen aus diesem mehrere Hamas-Kämpfer an, wobei sich einer selbst in die Luft sprengte. Zwei israelische Soldaten wurden dabei getötet, der IDF-Leutnant Hadar Goldin galt als vermisst. Israel ging davon aus, dass er als Gefangener nach Rafah verbracht werden sollte, und kündigte daraufhin die Waffenruhe auf, um ihn befreien zu können. Die Hamas bezichtigte Israel, dass die Entführung nur ein Vorwand sei, um die Waffenruhe zu brechen. Infolgedessen griff Israel auf die Hannibal-Direktive zurück, die darauf abzielt, Kameraden vor der Gefangennahme zu schützen, auch wenn dies das Risiko für den Tod des betroffenen Soldaten erhöht.

Bei den nun anschließenden Gefechten im Entführungsgebiet Rafah starben mindestens 50 Palästinenser, hunderte Menschen wurden verletzt und die eigentlich geplante Waffenruhe scheiterte. Der stellvertretende Chef des Hamas-Politbüros, Mussa Abu Marsuk, behauptete, der Hamas-Angriff habe „vor Beginn der Waffenruhe“ stattgefunden. Amnesty International beschuldigte Israel schwerer Kriegsverbrechen und prangerte die massive Feuerkraft und Bombardierung von Rafah an. Laut Amnesty International-Bericht starben mindestens 135 palästinensische Zivilisten. [1]


Rafah-Offensive 2024

Gazastreifen - Rafah
Gazastreifen - Rafah Streitkräfte der 401. IDF und der Givati-Brigade erlangten im Rahmen der Operation im Mai 2024 die operative Kontrolle über den Grenzübergang Rafah auf der Gaza-Seite, östlich von Rafah - Foto: Wikimedia Commons - Autor: Sprecher der israelischen Streitkräfte - Lizenz: s.u.


Während der Militäroperation „Eiserne Schwerter“ seit dem 7. Oktober 2023, flohen Palästinenser aus dem Norden und der Mitte Gazas vor den israelischen Luftangriffen in den Süden. Das Gouvernement Rafah im Süden des Gazastreifens, an der Grenze zu Ägypten, galt zwar als eine Hochburg der Terrororganisation Hamas, blieb zuerst jedoch weitgehend von Kampfhandlungen verschont. Anfang Februar 2024 kündigte der israelische Verteidigungsminister Joaw Galant das Ausweiten der Bodenoffensive auf die unmittelbar an der ägyptischen Grenze gelegene Stadt Rafah an, weil dort vier der sechs verbliebenen Bataillone der Hamas, Waffen, Hauptquartiere der Hamas-Führung und eine nicht näher genannte Zahl an Geiseln vermutet wurden. Die israelische Führung vermutete auch, dass Tunnel unter der Grenze zwischen Ägypten und Gaza dem Schmuggel von Menschen, Gütern und Waffen für die Hamas dienen. Zu diesem Zeitpunkt hielten sich im Gouvernement Rafah mehr als eine Million Einwohner des Gazastreifens auf.

Im Zuge der Rafah-Offensive vom 6. Mai 2024 flohen nach Angaben der Vereinten Nationen innerhalb weniger Tage 80.000 Palästinenser aus Rafah. [1]


Stadt Rafah

Gazastreifen - Rafah
Gazastreifen - Rafah Blick auf die Helmi-Saqr-Sultan-Moschee - sie liegt am Rande des Flüchtlingslagers Tel al-Sultan in Rafah - Foto: Wikimedia Commons - Autor: Ashraf Amra – UNRWA: Hilfswerk der Vereinten Nationen für Palästina-Flüchtlinge im Nahen Osten - Lizenz: s.u.


Einer breiteren Öffentlichkeit wurde Rafah durch die Operation Regenbogen der Israelischen Verteidigungsstreitkräfte (IDF) im Mai des Jahres 2004 bekannt. Der Ort wurde wegen seiner Nähe zur ägyptischen Grenze für den Waffenschmuggel genutzt. Aufgrund der Isolierung des Gazastreifens durch Israel wurde die Grenze zu Israel an vielen Stellen untertunnelt. Die Tunnel wurden nicht nur für den Waffenschmuggel, sondern auch für den Transfer andere Güter in den Gazastreifen genutzt. Im Rahmen der israelischen Militäroperation „Regenbogen“ wurde eine große Zahl Wohnhäuser zerstört, was mit der Tunnelsuche begründet wurde.

Auf Seiten der Palästinenser kam es zu großen Verlusten. Tausende palästinensische Familien waren ohne Unterkunft. Der UN-Sicherheitsrat missbilligte die Aktion, wobei sich die Vereinigten Staaten ihrer Stimme enthielten. [1]


Gazastreifen - Rafah
Gazastreifen - Rafah Krankenwagen bringen Verletzte am Grenzübergang Rafah zur Behandlung nach Ägypten - Foto: Wikimedia Commons - Autor: Ashraf Amra – Hilfswerk der Vereinten Nationen für Palästina-Flüchtlinge im Nahen Osten - Lizenz: s.u.


Während der Gaza-Kriege, die in den letzten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts und im frühen 21. Jahrhundert stattfanden, erlebte Rafah intensive Kämpfe und erhebliche Zerstörung.

Der erste Gaza-Krieg im Jahr 2008 - 2009, auch als Operation Gegossenes Blei bekannt, führte zu erheblichen Schäden in der Stadt. Israel führte diese Militäroperation als Reaktion auf Raketenangriffe aus dem Gazastreifen durch. Rafah war besonders betroffen, da es an der Grenze zu Ägypten liegt und eine wichtige Schmuggelroute für Waffen und Güter war.

Der zweite Gaza-Krieg im Jahr 2012 und der dritte Gaza-Krieg im Jahr 2014, führten zu weiteren Zerstörungen in Rafah. Die Zivilbevölkerung litt unter den Auswirkungen der Kämpfe und viele Infrastruktureinrichtungen wurden schwer beschädigt oder zerstört. [1]


Gazastreifen - Rafah
Gazastreifen - Rafah Exodus - RafahKid Kid from Rafah, Palestine - Lizenz: s.u.


Zerstörung der Stadt im Jahr 2025

Gazastreifen
Gazastreifen Karte des ursprünglichen Gazastreifen - Foto: Wikimedia Commons - Autor: Gringer - Lizenz: s.u.


Während des Kriegs in Israel und Gaza zerstörte Israel Gebäude entlang der Grenze zu Ägypten und begründete dies damit, Versorgungsrouten der Hamas zu unterbrechen. Nach dem Ende einer Waffenruhe rückten israelische Bodentruppen am 3. April 2025 in Rafah ein, während große Teile der Zivilbevölkerung die Stadt verließen. In der Folge zerstörte die Armee erhebliche Teile der Stadt.

Laut einem Bericht der New York Times vom Mai 2025, der auf Satellitenbildern und Videoaufnahmen basierte, seien zahlreiche Wohnhäuser und öffentliche Gebäude gezielt durch Bulldozer oder kontrollierte Sprengungen zerstört worden. Satellitenbilder dokumentieren unter anderem die weitreichende Zerstörung des Stadtteils Shaboura zwischen Anfang 2025 und dem 3. Mai 2025; ähnliche Zerstörungen seien auch in weiten Teilen der übrigen Stadt sichtbar. [1]


Flüchtlingslager Rafah und Tel al-Sultan

Rafah - Flüchtlingslager
Rafah - Flüchtlingslager Flüchtlingslager Rafah - Foto: Wikimedia Commons - Autor: DYKT Mohigan - Lizenz: s.u.


Das Rafah-Flüchtlingslager ist eines von acht Flüchtlingslagern im Gazastreifen und liegt direkt an der ägyptischen Grenze. Bei seiner Gründung 1949 war es das größte Flüchtlingslager im Gazastreifen. Die Flüchtlinge stammten aus arabischen Orten der Negev-Wüste und der Küstenebene. Zwischen 1949 und 1967, als der Gazastreifen unter ägyptischer Verwaltung stand, wurde die Integration der Flüchtlinge in die Bevölkerung unterbunden. Als im Verlauf des Sechstagekriegs (5.–10. Juni 1967) Rafah unter israelische Kontrolle kam, zählte das Flüchtlingslager rund 55.000 Einwohner, während die Stadt selbst nur 11.000 zählte. Seit damals wurde das Flüchtlingslager zu einer Stadt ausgebaut.

1971 wurden unter dem Kommando von General Ariel Scharon, damals Befehlshaber des Südkommandos, für den Bau und die Verbreiterung von Patrouillenstraßen etwa 500 Häuser im Flüchtlingslager zerstört. Den rund 4000 betroffenen Bewohnern wurden südlich von Rafah Ersatzwohnungen zur Verfügung gestellt. Nach der Rückgabe der Sinai-Halbinsel an Ägypten wurden diese Menschen gemäß dem Camp-David-Abkommen in das Flüchtlingslager Tel al-Sultan, das nordwestlich von Rafah im Gazastreifen liegt, umgesiedelt. Durch die neue Grenzziehung wurde Rafah geteilt, wobei der südliche Teil unter ägyptische Staatshoheit kam.

Das Flüchtlingslager grenzt inzwischen direkt an die Stadt. Durch den Bau des Tel al-Sultan-Flüchtlingslagers nahm die Zahl der Bewohner ab, was aber durch die Aufnahme von Umsiedlern aus dem Kanada-Flüchtlingslager ausgeglichen wurde. Laut Auskunft des Hilfswerks der Vereinten Nationen für Palästina-Flüchtlinge im Nahen Osten (UNRWA) lebten 95.187 Bewohner 2005 im Flüchtlingslager. Diese Zahl steht im Widerspruch zur Zahl des Palästinensischen Amts für Statistik, das für dasselbe Jahr eine durchschnittliche Zahl von 58.000 Bewohnern angibt. Laut ABS-News leben 133.326 (2023) Menschen in den zwei Flüchtlingslagern. Die UNRWA betreibt im Flüchtlingslager 31 Schulen (20 der Primar- und 11 der Sekundarstufe). [1]


Bombardierung von Rafah

Rafah
Rafah Mittlere Starße im Flüchtlingslager Tel al-Sultan im Feabruar 2025 - Foto: Wikimedia Commons - Autor: Jaber Jehad Badwan - Lizenz: s.u.


Der Luftangriff auf Rafah, auch bekannt als Massaker von Rafah, war ein Angriff der israelischen Luftwaffe am 26. Mai 2024 auf das palästinensische Flüchtlingslager Tel al-Sultan westlich von Rafah im Gazastreifen. Er war Teil der israelischen Offensive auf Rafah und deren verlustreichstes Ereignis mit 45 bis 50 Toten (überwiegend Frauen, Kinder und ältere Menschen) und 249 Verletzten. Vor diesem Angriff waren viele Palästinenser gezwungen, nach Rafah zu fliehen. Als Israel in die Stadt einmarschierte und die Evakuierung des Ostens anordnete, flohen die Bewohner nach Westen.

Die israelische Armee behauptet, ein Hamas-Lager in Tel al-Sultan angegriffen und zwei Kommandeure getötet zu haben. Der Palästinensische Rote Halbmond weist diese Behauptung zurück. [2]


Rafah - Flüchtlingscamp
Rafah - Flüchtlingscamp Khadija Hawila, eine 70-jährige vertriebene Großmutter, backt mit Hilfe ihres Sohnes Mahmoud Brot vor ihrer Unterkunft in Rafah - Foto: Wikimedia Commons - Autor: Mohammed Hinnawi - UNRWA: United Nations Relief and Works Agency for Palestine Refugees in the Near East - Lizenz: s.u.


Bei dem Angriff wurden die Zelte der „Brix“-Miliz in Brand gesetzt, wodurch die darin befindlichen Zivilisten eingeschlossen und lebendig verbrannt wurden. Der Angriff wurde international verurteilt und wird mitunter als Kriegsverbrechen, ja sogar als Massaker, bezeichnet. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu nannte ihn jedoch einen „tragischen Unfall“.

Laut israelischer Armee wird der Vorfall untersucht. Sie gab an, zwei 17-kg-Sprengköpfe eingesetzt zu haben. Recherchen von CNN zufolge handelte es sich bei der verwendeten Munition um GBU-39-Bomben, 110 kg schwere amerikanische Lenkbomben mit einer Gesamtsprengladung von 17 kg.

Die beiden ehemaligen israelischen Journalistinnen Yinon Magal und Naveh Dromi sowie der Rapper Yoav Eliasi feierten das Massaker und lösten damit in den sozialen Medien Empörung aus. [2]


Pläne für ein Internierungslager

Gazastreifen - Rafah
Gazastreifen - Rafah Eine Luftaufnahme zeigt die Zerstörung in Rafah nach dem Abzug der israelischen Streitkräfte und dem Inkrafttreten der Waffenruhe im Gazastreifen - Foto: Wikimedia Commons - Autor: Ashraf Amra - UNRWA: Hilfswerk der Vereinten Nationen für Palästina-Flüchtlinge im Nahen Osten - Lizenz: s.u.


Der Verteidigungsminister Israel Katz erklärte Anfang Juli 2025, auf den Ruinen der Stadt werde ein Lager eingerichtet, in welchem alle Bewohner Gazas untergebracht werden sollten. Israelische Streitkräfte würden das Gelände absichern und zunächst 600.000 Palästinenser in das Gebiet „umsiedeln“ – überwiegend Menschen, die derzeit in der Region al-Mawasi vertrieben seien. Die Palästinenser würden vor dem Betreten einer „Sicherheitskontrolle“ unterzogen und dürften das Gelände anschließend nicht mehr verlassen, erklärte Katz bei einer Pressekonferenz für israelische Journalisten im Juli 2025. Katz betonte auch sein Bestreben, Palästinenser zur „freiwilligen Auswanderung“ aus dem Gazastreifen in andere Länder zu ermutigen, und erklärte, dieser Plan „sollte umgesetzt werden“.

Rechtsexperten und Wissenschaftler bezeichneten die Pläne als Blaupause für Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Die Pläne wurden in Israel und international verurteilt. Der Oppositionsführer und ehemalige Ministerpräsident Jair Lapid bezeichnete den Plan als „verrückt – selbst für die Verhältnisse dieser Regierung.“ Der ehemalige israelische Ministerpräsident Ehud Olmert bezeichnete die Zwangsumsiedlung von Menschen in Lager als ethnische Säuberung; es handle sich bei den Plänen um ein Konzentrationslager*.

*Anmerkung des Autors: Die Pläne für die „Umsiedlung der Palästinenser“ hat sich der israelische Verteidigungsminister Katz wohl bei den Nationalsozialisten im ehemaligen Dritten Reich abgeschaut- anders kann man sein Vorhaben nicht beurteilen! [1]


Siedlung Rafiah Yam

Rafah - Rafiah Yam
Rafah - Rafiah Yam ...ehem. israelische Siedlung Kfar Yam in der Nähe von Rafah - Foto: Wikimedia Commons - Autor: Moti Sander - Lizenz: s.u.


Rafiah Yam war eine israelische Siedlung im Gazastreifen bis 2005. Sie wurde ursprünglich 1984 als säkulare Gemeinde am südlichen Ende des Siedlungsblocks Gush Katif gegründet, direkt angrenzend an die palästinensische Stadt Rafah. Die Bewohner der Siedlung arbeiteten hauptsächlich in der Landwirtschaft. Die 30 Familien, darunter mindestens 150 Personen, aus Rafiah Yam wurden im August 2005 im Rahmen des einseitigen Rückzugsplans Israels von den israelischen Verteidigungsstreitkräften und der israelischen Polizei teils mit Gewalt aus ihren Häusern vertrieben. Ihre Häuser und andere Gebäude wurden zerstört und das Gebiet komplett verlassen. Heute gehört es zu Rafah. [1]


Grenzübergang Rafah

Gazastreifen - Rafah
Gazastreifen - Rafah Wachturm in Rafah unter Kontrolle der Hamas, Grenze zu Ägypten, April 2009 - Foto: Wikimedia Commons - Autor: Marius Arnesen - Lizenz: s.u.


In Rafah befindet sich der einzige Grenzübergang zwischen Ägypten und dem Gazastreifen. Er wurde 1979 nach der Unterzeichnung des israelisch-ägyptischen Friedensvertrags, der Israels Rückzug von der Sinai-Halbinsel vorsah, errichtet. Auf israelischer Seite war die Israel Airports Authority für den Grenzübergang verantwortlich.

Nach dem Rückzug der israelischen Armee aus den israelisch besetzten Gebieten im Rahmen des „Scharon-Plans“ im September 2005 wurde die Verantwortung für die Grenzkontrollen an die Palästinensische Autonomiebehörde abgegeben. Um israelische Sicherheitsinteressen zu wahren, wurde der ägyptische Sicherheitsposten in Rafah verstärkt, zusätzlich sicherte die Europäische Union mit einer Kontrollmission den Grenzübergang. Vom 30. November 2005 bis zur Machtübernahme der Hamas im Gazastreifen waren etwa 70 Europäer unter der Leitung des Italieners Pietro Pistolese am palästinensisch-ägyptischen Grenzübergang in Rafah stationiert. Die Aufgabe der European Union Border Assistance Mission Rafah (EU BAM Rafah) war es, beim Aufbau eines palästinensischen Grenzschutzes zu helfen, die vorgenommene Grenzabfertigung „aktiv zu beobachten“ und zu den institutionalen Beziehungen zwischen den palästinensischen, ägyptischen und israelischen Behörden bezüglich des Grenzüberganges beizutragen.

Im Verlauf des Krieges in Israel und Gaza 2023 wurde der Grenzübergang ab dem 1. November 2023 für eine begrenzte Zahl von Menschen geöffnet. Schwerverletzten sowie Menschen mit ausländischem Pass sollte so die Ausreise aus Gaza ermöglicht werden. Gegen Bezahlung einer fünfstelligen Summe an die „Reiseagentur“ eines ägyptischen Geschäftsmanns konnte die Grenze ebenfalls überquert werden. Am Sonntag, 1. Februar 2026, wurde der Übergang von den israelischen Behörden für den Personenverkehr probeweise geöffnet. [1]


Eisenbahn

Sinai-Bahn
Sinai-Bahn Fahrkarte von al-Qantara nach Tel Aviv (1941) - Foto: Wikimedia Commons - Autor: Dobush - Lizenz: s.u.


Rafah war bis 1916 die nördliche Endstation der Sinai-Bahn und lag dann an der über Lod verlängerten Eisenbahnstrecke (Ostbahn), die 1920 Haifa und dann 1942 Beirut und Tripoli erreichte. 1948 – 1967 war die Verbindung Richtung Israel gekappt, seither jene Richtung Kairo. Die Britischen Militärbahnen in Palästina errichteten ab 1917 von Rafah aus eine 59,5 Kilometer lange Militärbahn in den Negev, wobei sie im Zuge des Vortriebs ab südlich von Abu ʿIrqaiyiq die Strecke der osmanischen Militärbahn Masʿūdiyya–Sinai nutzten und auf Normalspur umspurten und so am 3. Mai 1918 Beʾer Scheva erreichten. Die Strecke wurde nach Ende der Kampfhandlungen auch für zivilen Fracht- und Passagierverkehr genutzt, mangels Wirtschaftlichkeit aber 1928 eingestellt.

Heute sind die Gleise der Eisenbahn im Gazastreifen größtenteils abgebaut.


Internationaler Flughafen

Gazastreifen - Flughafen
Gazastreifen - Flughafen Ruinen des Internationalen Flughafen Jassir Arafat - Foto: Wikimedia Commons - Autor: Mohammed Yousif Azaiza (Gisha.org) - Lizenz: s.u.


Der Internationale Flughafen Jassir Arafat lag 40 Kiometer südlich von Gaza-Stadt an der Grenze zu Ägypten. Der Flughafen war der einzige für Verkehrsflugzeuge im Staat Palästina geeignete. Die Einrichtung wurde am 24. November 1998 eröffnet. Die Eröffnung des Flughafens war eines der Verhandlungsergebnisse des Abkommens von Taba 1995. Er wurde nach einem Jahr Bauzeit am 14. Dezember 1998 in Anwesenheit von US-Präsident Bill Clinton und Palästinenserpräsident Jassir Arafat offiziell als Gaza International Airport (GIA) eröffnet. Der Flughafen wurde von der Palästinensischen Zivilluftfahrtbehörde unter.....

Weitere Informationen zur Geschichte des Internationalen Flughafen Jassir Arafat in der Umgebung der Stadt Rafah im Gazastreifen finden Sie hier....!


Gaza (Stadt) Teil I.

Gazastreifen - Gaza (Stadt)
Gazastreifen - Gaza (Stadt) Straße in Gaza - Foto: Wikimedia Commons - Autor: Manar al Zraiy - Lizenz: s.u.


Gaza, auch Gasa genannt, im Gouvernement Gaza ist die größte Stadt im Gazastreifen, der seit 1994 de jure unter Verwaltung des Staates Palästina bzw. der Palästinensischen Autonomiebehörde steht; die Stadt stand de facto von Juni 2007 bis Anfang 2024 unter der Verwaltung der Terrororganisation Hamas. In Gaza befanden sich der Verwaltungssitz der Autonomiebehörde und ein Seehafen am Mittelmeer. Die Bevölkerungszahl wurde 2017 mit 590.481 angegeben.....

Weitere Informationen zur Geschichte von Gaza (Stadt) Teil I. im Gazastreifen finden Sie hier....!


Gaza (Stadt) Teil II.

Gazastreifen - Gaza (Stadt)
Gazastreifen - Gaza (Stadt) Blick auf Teile des Hafens von Gaza im Jahr 2007 - Foto: Wikimedia Commons - Autor: Marcin Monko - Lizenz: s.u.


Gaza-Stadt
ist mit 590.481 Einwohnern (Stand 2017) die größte Stadt des Staates Palästina. Die Stadt weist eine der höchsten Gesamtwachstumsraten der Welt auf. In der Agglomeration Gazastreifen leben nach letztem Zensus mehr als 2 Millionen Menschen; damit beträgt die Bevölkerungsdichte 9.982,69/Quadratkilometer und ist vergleichbar mit der von New York City (USA). Die Demografie von Gaza-Stadt verzeichnete im Verlauf der Geschichte markante Entwicklungen, die von verschiedenen Faktoren beeinflusst wurden.....

Weitere Informationen zur Geschichte von Gaza (Stadt) im Gazastreifen finden Sie hier....!


Gazastreifen

Gazastreifen - Gaza (Stadt)
Gazastreifen - Gaza (Stadt) Gaza-Stadt, Palästinensische Gebiete - Foto: Wikimedia Commons - Autor: Grauesel (gemeinfrei)


Der Gazastreifen ist ein Küstengebiet am östlichen Mittelmeer zwischen Israel und Ägypten mit Gaza-Stadt als Zentrum. Der Gazastreifen hat circa 2,1 Millionen Einwohner. Das Land in diesem Gebiet ist uraltes Kulturland ähnlich der Umgebung um Aschdod und Aschkelon. Die wichtige antike Verkehrsader Via Maris zwischen Ägypten und Damaskus führte u.a. durch dieses Gebiet und die Stadt Gaza gehörte zum Volk der Philister. Heute ist der Gazastreifen ein Teil der Palästinensischen Autonomiegebiete und steht im Inneren formal unter Verwaltung der Palästinensischen Autonomiebehörde....

Weitere Informationen zur Geschichte des Gazastreifen finden Sie hier....!


Quellennachweis:


1.: Die Informationen zur Geschichte der Stadt Rafah im Gazastreifens basieren auf dem Artikel Rafah (Stand vom 19.09.2025) aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und stehen unter der GNU-Lizenz [34 KB] für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.

2.: Die Informationen zu der Bombardierung von Rafah durch die israelische Armee (IDF) stammen aus der Wikipedia, zuletzt abgerufen am 27.03.2026!

Die Fotos aus der Wikimedia Commons "Eyecatcher: Eingang zur Grenzabfertigung Rafah - Autor: Gigi Ibrahim" - "Rafah unter israelischer Besatzung, 1985 - Autor: Hossam el-Hamalawy" - "Blick auf Teile des Hafens von Gaza im Jahr 2007 - Autor: Marcin Monko" - "Straße in Gaza - Autor: Manar al Zraiy" - "Wachturm in Rafah unter Kontrolle der Hamas, Grenze zu Ägypten, April 2009 - Autor: Marius Arnesen" - "Ruinen des Internationalen Flughafen Jassir Arafat - Autor: Mohammed Yousif Azaiza (Gisha.org)" - "Fahrkarte von al-Qantara nach Tel Aviv (1941) - Autor: Dobush" - "Foto aus der ehem. israelischen Siedlung Kfar Yam in der Nähe von Rafah - Autor: Moti Sander" - "Flüchtlingslager Rafah - Autor: DYKT Mohigan" - "Khadija Hawila, eine 70-jährige vertriebene Großmutter, backt mit Hilfe ihres Sohnes Mahmoud Brot vor ihrer Unterkunft in Rafah - Autor: Mohammed Hinnawi - UNRWA: United Nations Relief and Works Agency for Palestine Refugees in the Near East" - "Rafah - von israelischen Bomben zerstörter Ort in Gaza; Blick auf die Helmi-Saqr-Sultan-Moschee - sie liegt am Rande des Flüchtlingslagers Tel al-Sultan in Rafah; Krankenwagen bringen Verletzte am Grenzübergang Rafah zur Behandlung nach Ägypten; (3 Fotos) - Autor: Ashraf Amra - UNRWA: Hilfswerk der Vereinten Nationen für Palästina-Flüchtlinge im Nahen Osten" - "Exodus in Rafah - Autor: RafahKid - Kid from Rafah, Palestine" - "Die Stadtverwaltung von Ramallah im Westjordanland hat eine Straße nach der US-Aktivistin Rachel Corrie benannt - Autor: ISM Palestine" - "Corrie, nachdem sie von einem israelischen Bulldozer tödlich verletzt wurde - Autor: Joe Carr" - "Streitkräfte der 401. IDF und der Givati-Brigade erlangten im Rahmen der Operation im Mai 2024 die operative Kontrolle über den Grenzübergang Rafah auf der Gaza-Seite, östlich von Rafah - Autor: Sprecher der israelischen Streitkräfte" - "Karte des ursprünglichen Gazastreifen - Autor: Gringer" sind unter der Lizenz Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported verfügbar.

Die Fotos aus der Wikimedia Commons "Detail der Madabakarte (Kopie Abgusssammlung der Universität Göttingen) - Autor: Ktiv" - "Mittlere Straße im Flüchtlingslager Tel al-Sultan im Feabruar 2025 - Autor: Jaber Jehad Badwan" - "Offizielles Porträt des neunten israelischen Premierministers Benjamin Netanjahu - Autor: Avi Ohayon / Pressestelle der israelischen Regierung" - "Originaltitel: "The home of the Kware' family, after it was bombed by the military, while family members and neighbors were present inside the house and in its vicinity." - Autor: Muhammad Sabah and B'Tselem" stehen unter der Creative Commons Attribution-ShareAlike 4.0 International (CC BY-SA 4.0) Lizenz.