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Nazareth

Nazareth

Verkündigungsbasilika - Foto: Wikipedia - Autor: Berthold Werner - Lizenz s.u.




Überblick

Nazareth

Foto: Wikipedia (gemeinfrei)



Nazareth
oder auch Nazaret ist eine Stadt im Norden von Israel in der historischen Landschaft Galiläa. Seit dem Mittelalter wird sie vorwiegend von arabischen Christen bewohnt. Zusammen mit ihrer Schwesterstadt Natzerat Illit (Ober-Nazareth) kommt Nazareth auf etwa 120.000 Einwohner (Stand 2005); auf Nazerat Illit entfallen davon 55.000 Einwohner, und auf Nazareth 65.000. Während Nazerat Illit überwiegend von Juden bewohnt wird, ist die Bevölkerung von Nazareth überwiegend muslimisch, große Teile der Bevölkerung sind christlich. Die besondere Bedeutung des heutigen Nazareths liegt darin, dass es als Heimatort Jesu gilt.

Nazareth

...im Inneren der Verkündigungsbasilika...


"Der Engel Gabriel wurde von Gott in eine Stadt in Galiläa namens Nazareth gesandt..." (Evangelist Lukas 1, 26)

Nach der Darstellung der Evangelien lebten dort seine Eltern Maria und Josef der Zimmermann. In Nazareth kam der Erzengel Gabriel zu Maria und kündigte ihr die Geburt des künftigen Erlösers an (Verkündigung des Herrn), und dort wuchs Jesus nach seiner Geburt in Betlehem heran. Die früheste außerchristliche Erwähnung Nazareths ist eine Inschrift aus Caesarea Maritima aus dem späten 3. bzw. frühen 4. Jahrhundert.


Wichtige Pilgerstätte

Nazareth

Nazareth - Front der katholischen Verkündigungsbasilika - Foto: Wikipedia (gemeinfrei)


Heute gehört Nazareth zu den wichtigsten Pilgerstätten des Heiligen Landes. An der Stelle, wo nach der Überlieferung das Haus Marias stand und der Verkündigungsengel zu ihr kam, erhebt sich die katholische Verkündigungsbasilika aus dem 20. Jahrhundert (geweiht 1969). Sie trägt die Aufschrift Hic verbum caro factum est - „Hier ist das Wort Fleisch geworden“. Um etwa 1730 bekamen die Franziskaner die Erlaubnis, an dieser Stelle wieder eine Kirche zu errichten. Die Kreuzfahrer hatten nach der Eroberung des Heiligen Landes 1099 mit der Errichtung von Kirchen begonnen. So auch hier in Nazareth, wo unter dem Befehl des normannischen Ritters Tankred von Galilä eine Kirche gebaut wurde, die wahrscheinlich schon um 1170 durch ein Erdbeben wieder zerstört wurde. 1955 wurde der Kirchenbau aus der Zeit von 1730 abgetragen und das gesamte Gelände gründlich erforscht. Danach folgte der Neubau der Verkündigungsbasilika mit der Einweihung am 23. März 1969.



Nazareth the holy land 1842
Blick auf Nazareth, 1842, The Holy Land Book, Author David Roberts (1796 – 1864) - eingebunden über Wikimedia Commons

Geschichte

Nazareth

Grotten unter der Verkündigungsbasilika


Aufgrund des Fehlens jeglicher Erwähnung der Ortschaft Nazareth im Alten Testament, im Talmud und bei Flavius Josephus wurde im 19. Jahrhundert seine Existenz selbst in Zweifel gezogen. Archäologische Grabungen haben jedoch die Besiedlung der Areale um die heutige Stadt seit dem 2. Jahrtausend vor Chr. nachgewiesen: Auf diese Zeit geht ein Grabfeld zurück, das in dem Berghang gefunden worden ist, und auf das 13. Jahrhundert vor Chr. ein eisenzeitliches Dorf. Freigelegt wurden aber auch die Überreste eines in späthellenistischer Zeit gegründeten kleinen Dorfes.


Nazareth

Außenansicht der Josefskirche in Nazareth (in der Nähe der Verkündigungsbasilika) - Foto: Wikipedia - Autor: gugganij - Lizenz s.u.


Die archäologischen Befunde legen nahe, dass die Gegend um das heutige Nazareth im 1. Jahrhundert n. Chr. sehr spärlich besiedelt war. Oben an einem der Abhänge konnten landwirtschaftlich genutzte Bauten aus jener Zeit entdeckt werden, wobei es sich um die Überreste von Terrassenmauern und den Fundamenten von drei Türmen handelt. Zudem stieß man auf ein Grab. Weitere zwanzig jüdische Gräber aus römischer Zeit sind rund um diese Siedlung, deren damalige Einwohnerzahl zwischen 200 und 500 geschätzt worden ist, ausgegraben worden. Die Kreuzfahrer errichteten an Stelle der von Kaiser Konstantin erbauten byzantinischen Kirche eine große franziskanische Basilika. Seit dem Mittelalter war die Stadt vorwiegend von arabischen Christen bewohnt.


Nazareth heute

Nazareth

Souvenirs & Devotionalien - Foto: Wikipedia (gemeinfrei)


Nazareth
ist heute die Stadt mit der größten Gemeinschaft israelischer Araber in Israel. Die Stadt besteht im Altstadtbereich vor allem aus kleinen Gassen mit einem arabischen Markt. In unmittelbarer Nähe der Verkündigungsbasilika war der Bau einer großen Moschee geplant, so dass es in den zurückliegenden Jahren mehrfach zu teilweise gewaltsamen Auseinandersetzungen kam. Natzerat Illit ist im Gegensatz zu Nazareth eine junge Stadt, sie entstand wie viele andere Entwicklungsstädte als moderne Stadt nach der israelischen Staatsgründung 1948 und wurde erst 1957 gegründet. Mehr als die Hälfte ihrer Einwohner sind Einwanderer, vornehmlich aus der ehemaligen Sowjetunion. Ihr Bürgermeister Menachem Ariav ist Ehrenbürger der Stadt Leverkusen. Nazareth und Natzerat Illit gelten als zwei selbstständige Städte und haben getrennte Verwaltungen.


Deutscher Soldatenfriedhof in Nazareth

Nazareth

Deutscher Friedhof (Nazareth) - Foto: Wikipedia - Autor: Ori~ - Lizenz s.u.


Auf dem deutschen Soldatenfriedhof in Nazareth liegen 261 deutsche Soldaten und Offiziere des Ersten Weltkriegs, die im damaligen osmanischen Palästina und Transjordanien ihren Tod gefunden haben. Die deutschen Soldaten, die zu Spezialeinheiten gehörten, sollten die - für die damalige Zeit - modernsten Aufgabestellungen erfüllen, wie z. B. Aufklärungsflüge. Deutsch-türkische Truppen bewegten sich im Ersten Weltkrieg ab Januar 1915 auf den Suez-Kanal zu, trafen auf britische Truppen und wichen kontinuierlich zurück. Von den 16.000 deutschen Soldaten (darunter im Ersten Weltkrieg auch Soldaten jüdischen Glaubens) wurden 1.000 getötet.


Krankenhaus der „Heiligen Familie“

Nazareth

Deutsche Kriegsgräberstätte Nazareth - Foto: Wikipedia - Autor: Reuben Shemayah - Lizenz s.u.


Nach der Aufgabe Jerusalems im Dezember 1917, war das Hauptquartier der deutschen Truppen in Nazareth, bis die Stadt am 20. September 1918 von den Engländern erobert wurde. Das Grundstück des Friedhofs liegt heute im Bereich des Krankenhauses der „Heiligen Familie“ (auch das italienische Krankenhaus genannt). Im Ersten Weltkrieg handelte es sich noch um ein österreichisch-ungarisches Krankenhaus, das von Mönchen (österreichische Barmherzige Brüder) geleitet wurde. Das Areal dieses Krankenhauses, damals als "Kaiserlich Deutsches Feldlazarett 213" geführt, diente 51 gefallenen bzw. verstorbenen deutschen Soldaten, darunter sehr viele Flieger, als letzte Ruhestätte. Der Bau, den man heute sehen kann, wurde erst in den Jahren 1934 – 1935 errichtet. Die deutschen Gefallenen im Britischen Mandatsgebiet (Palästina und Transjordanien) wurden auf einen neuen Sammelfriedhof überführt, der beim alten Lazarettfriedhof lag.


Nazareth

Deutsche Kriegsgräberstätte Nazareth - Foto: Wikipedia - Autor: Reuben Shemayah - Lizenz s.u.


Der alte Lazarettfriedhof ging an die Barmherzigen Brüder als Klosterfriedhof. Friedenssymbol ist ein Turm mit einer großen Glocke aus Deutschland, in dem an den Wänden Holzkreuze aus Propellern von abgestürzten Flugzeugen angebracht wurden. Durch Gedenktafeln wird an weitere 250 deutsche und österreichische Kriegstote erinnert, die nicht hier begraben sind. Ab 1937 übernahmen die österreichischen Brüder die Pflege der Gräber. Ab 1959 übernahmen dies die italienischen Brüder der Mailänder Provinz. Der Friedhof wird vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge betreut. Bei den Gartenarbeiten hilft auch eine Gruppe bestehend aus deutschen Volontären und israelischen Chaverim (hebr.: Freunde) des Behindertendorfes Kfar Tikva.


Sehenswürdigkeiten

Nazareth

Marienbrunnen - Foto: Wikipedia (gemeinfrei)


Ein Spaziergang durch Nazareth - wenn man Zeit für sich hat - ist sehr zu empfehlen. Hier in dieser Stadt wuchs Jesus auf, hier spielte er, hier arbeitete sein Vater als Zimmermann. Die Verkündigungskirche steht an der Stelle, wo der Erzengel Gabriel Maria die frohe Botschaft verkündete. Sie wurde auf den Grundmauern einer alten Kreuzfahrerkirche errichtet. Von der Krypta führt ein Gang in die Verkündigungsgrotten und zu weiteren Resten der alten Bausubstanz. Sehr schön ist die Kirche des heiligen Josef und der Marienbrunnen (Ain Mirjam), der nach einem Bummel durch den Basar zu erreichen ist. In alten Zeiten stellte dieser Brunnen die Wasserversorgung dieses Ortes sicher. In der Nähe des Marienbrunnens steht die Gabrielskirche, weil hier an dieser Stelle der Engel Gabriel zu Maria gesprochen haben soll.

1993 sind unter einer Boutique in Nazareth unteridische Bäder aus der Zeit Jesu gefunden worden. Sie sollen auch demnächst für Besucher zugänglich gemacht werden.


Quellennachweis:


Die Informationen zur Geschichte von Nazareth und dem Deutschen Soldatenfriedhof basieren auf dem Artikel Nazareth (Stand 24.01.2008) aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und stehen unter der GNU-Lizenz [34 KB] für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar. Die Fotodateien "Außenansicht der Josefskirche in Nazareth - Autor: gugganij" - "Verkündigungsbasilika - Autor: Berthold Werner" - "Deutscher Friedhof (Nazareth) - Autor: Ori~" - "Deutsche Kriegsgräberstätte Nazareth (2 Fotos) - Autor: Reuben Shemayah" wurden unter den Bedingungen der Creative Commons "Attribution 2.0" „Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Unported“ Lizenz veröffentlicht.


Fotos aus der Stadt Nazareth





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