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Nabi Musa

Nabi Musa - Judäisches Bergland

Foto: Wikipedia - Autor: Ori~ - Lizenz s.u.




Überblick

Nabi Musa - Judäisches Bergland

Blick auf den Innenhof



Wenn Sie einige Tage in Jerusalem sind, wollen Sie sicher auch mal die Stadt in Richtung Südosten verlassen - Richtung Jericho. Die Hauptstaße führte früher an der Herberge zum "Guten Hirten" vorbei. Dieser Ort ist die Stelle, an der die christliche Tradition die Begegnung des Samaritaners mit dem schwerverletzten Mann, der unter die Räuber gefallen war, sieht. Das Gleichnis vom barmherzigen Samariter zählt zu den bekanntesten Erzählungen Jesu im Neuen Testament. Es wird im Evangelium des Lukas (Lk 10,25-37 EU) überliefert und gilt als Appell zur tätigen Nächstenliebe. Hier gab es mal einen Erfrischungsplatz und man konnte sich ein wenig die Beine vertreten, immer mit Blick auf das Judäische Bergland. Einige Kilometer weiter bergab zweigt auf der rechten Seite eine kleine Straße zum Nabi Musa ab. Hier soll das Grab des Propheten Moses sein - jedenfalls nach islamischer Tradition wird es hier verehrt.

Geschichte

Nabi Musa - Judäisches Bergland

Gräberfeld beim Nabi Musa


In einem Traum soll Sultan Saladin, der große arabische Heerführer, erfahren haben, dass Allah das Grab des Propheten Moses hierher überführt habe und baute eine kleine Gedenkstätte. Die Gebäude sind aus dem 15. Jahrhundert, zumindest vollständig die von Sultan Baibars errichtete Moschee, in dessen Nebenraum das Kenotaph des Propheten Moses steht. In der Zeit danach verfielen die Gebäude, bis die osmanische Verwaltung Palästinas und Jerusalems um 1820 begann, die Anlage zu restaurieren. Darüber hinaus förderte sie einen festliche Wallfahrt zum Heiligtum, die zeitgleich mit dem christlichen Osterfest zusammenfiel. So besaßen die Muslime eine Möglichkeit, in der Zeit, in der ihre christlichen Nachbarn feierten, konnten auch sie eine Wallfahrt unternehmen.



Nabi Musa - Judäisches Bergland

Foto: Wikipedia - Autor: Dr. Avishai Teicher - Lizenz s.u.


Dieses Fest fand in den folgenden Jahren immer stärkeren Zulauf und wurde ein starkes Symbol für die politische und religiöse Identität der Muslime zum Beginn der Neuzeit. Im Laufe des 19. Jahrhunderts wurden die Wallfahrten von immer Menschen begleitet, die von der Heiligen Stadt über die Jerusalem - Jericho-Straße - eine der Hauptrouten mediterraner Araber für eine Pilgerfahrt nach Mekka - zum Nabi Musa wanderten, um hier drei - sieben Tage in der Nähe des Grabes zu verbringen. In dieser Zeit wurde gebetet, gefeiert, es wurden Spiele zur Kurzweil abgehalten und u.a. auch das sogenannte Grab des Hirten von Moses - Hasan er-Rai - besucht, das sich etwa zwei Kilometer südlich von Nabi Musa befindet.


Nabi Musa - Judäisches Bergland

1917 - Osmanische Truppen am Nabi Musa - Foto: Wikipedia (Public domain)


Die Besucher waren Gäste des Waqf (arabisch: "fromme Stiftung"), eine Institution des islamischen Rechts, auch als fromme Stiftung zu verstehen. In Jerusalem verwaltet eine Waqf-Behörde, die dem Ministerium für Waqf und religiöse Angelegenheiten (Ramallah) unterordnet ist, die islamischen Bauten auf dem Tempelberg und in Hebron die Gräber der Patriarchen. Im Jahr 1917 - im April - wehten zum letztenmal die Flaggen des Osmanischen Reiches während dieser Veranstaltung, wie auf dem nebenstehenden Foto zu sehen ist. Im Dezember 1917 fiel Jerusalem, das seit 1517 in türkischer Hand war. Die Briten verwalteten fortan diesen Landstrich mit dem Namen Palästina. Auch heute noch - im Monat April - beginnt hier eine rege Wallfahrtstätigkeit- bis zu 60 000 Besucher kommen dann nach Nabi Musa und übernachten hier, weil sie dem Propheten Moses nahe sein wollen.


Kenotaph

Nabi Musa - Judäisches Bergland

Gräberfeld Nabi Musa


Es verhält sich hier ähnlich wie in Jerusalem- auch dort wird das Kenotaph Davids seit dem 12. Jahrhundert verehrt. Ab dem 16. Jahrhundert dann von den Moslems und ab dem Jahr 1948 dann von den Israelis. Sicherlich befindet sich das Grab Davids nicht an der Stelle (Untergeschoß Abendmahlssaal - Zionsberg) - wie auch nicht das Grab von Moses beim Nabi Musa. Bemerkenswert ist die Aussicht von diesem Platz. Das nebenstehende Foto zeigt in der Mitte über die Gräber hinweg auf eine ferne Stelle am Horizont, das bei gutem Wetter von hier aus erkannt werden kann. Es handelt sich um den Berg Nebo, der zu Jordanien gehört und auf oder an dem man das Grab des Propheten Moses vermutet.



Nabi Musa 2008
Nabi Musa, Palästina - eingebunden über Wikimedia Commons


Nabi Musa - Judäisches Bergland

Foto: Wikipedia - Autor: Ori~ - Lizenz s.u.


Moses
führt nach der biblischen Überlieferung als Gesandter Gottes das Volk der Israeliten auf seiner Wanderung aus der Sklaverei in Ägypten in das kanaanäische Land. Beim erreichen des Berges Nebo übergibt er die Führung an seinen Gefährten Josua, der das Volk Israels über den Jordan in das "gelobte Land" führt, ein Land, wo Milch und Honig fließen. Moses selbst darf nicht hinüber und stirbt hier in Moab. "Die Israeliten beweinten Mose dreißig Tage lang in den Steppen von Moab".


Berg Nebo

Berg Nebo - Jordanien

Mosesstab vor der katholischen Kirche auf dem Berg Nebo


In der Bibel heißt es:

"Und Mose stieg von den Ebenen Moabs auf den Berg Nebo, den Gipfel des Pisgas, der Jericho gegenüber ist. Und der Herr zeigte ihm....den Jordan-Kreis, die Niederung von Jericho ...bis Zoar....Ich habe es dich mit deinen Augen sehen lassen, aber du sollst nicht hinübergehen. Und Mose starb daselbst im Lande Moab, nach dem Worte des Herrn. Und er begrub ihn im Tale, im Lande Moab, Beth-Peor gegenüber; und niemand weiß sein Grab bis auf diesen Tag....."

Das Buch Deuteronomium, Kapitel 34,1-6


Quellennachweis:


Die Fotos "Titelfoto: Nabi Musa - Autor: Ori~" - "Nabi Musa (2 Fotos) - Autor: Ori~" - "Nabi Musa, Eingang zur Moschee - Autor: Dr. Avishai Teicher" stehen unter der GNU-Lizenz [34 KB] für freie Dokumentation. Die Fotodateien werden unter den Bedingungen der Creative CommonsNamensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Unported“ Lizenz veröffentlicht.



Fotos Nabi Musa





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