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Schrein des Bab

Haifa - Bahaizentrum
Haifa - Bahaizentrum Ansicht der persischen Gärten und Schrein des Bab in Haifa - Foto: Wikipedia (gemeinfrei)



Überblick

Haifa - Bahaizentrum
Haifa - Bahaizentrum Internationales Archivgebäude mit Blick auf den Schrein des Bab - Foto: Wikipedia (gemeinfrei)



Das Weltzentrum der Bahai (Baháʼí World Centre) befindet sich in Haifa, Israel. Neben dem Schrein des Bab befindet sich auf dem Berg Karmel das Haus der Gerechtigkeit, das Internationale Lehrzentrum, das Internationale Archiv sowie das Zentrum für das Studium der Heiligen Texte. Die Hängenden Gärten der Bahai gelten als Friedenssymbol und Ort der Ruhe inmitten der Großstadt Haifa. Seit ihrer Erweiterung Ende der 90er Jahre des 20. Jahrhunderts ziehen sich die Persischen Gärten beinahe über die ganze Höhe des Hangs. Im Zentrum der kunstvoll terrassenförmig angelegten Gärten befindet sich der Schrein des Bab, in dem der Vorläufer des Religionsstifters der Bahai seine letzte Ruhestätte gefunden hat.




Haifa - Bahaizentrum
Haifa - Bahaizentrum Schrein des Bab - Foto: Wikipedia - Autor: Mipago - Lizenz s.u.


Die Gärten gehören zu den meistbesuchten touristischen Anziehungspunkten Israels, der Schrein des Bab gilt als Wahrzeichen der Stadt Haifa. Am Bahai-Weltzentrum befindet sich eine Vielzahl von heiligen Stätten der Bahai. Zu ihnen zählen die Schreine, in denen die sterblichen Überreste des Bab, Baha’u’llahs, Abdul-Bahas und ihrer nächsten Familienangehörigen verwahrt werden. Außerdem gehören hierzu die Häuser, in denen die Familie Baha’u’llahs während ihrer Verbannung gelebt hat oder die in besonderem Zusammenhang mit den Glaubensereignissen stehen. Viele dieser Gebäude, Monumente und Schreine befinden sich in einer aufwendig angelegten Gartenanlage am Berg Karmel und stehen neben den Bahai-Pilgern Besuchern aus aller Welt offen.

Im Juli 2008 hat die UNESCO die heiligen Stätten wegen ihrer Funktion als Pilgerstätten der Bahai zum Weltkulturerbe ernannt.


Geschichte

Haifa - Bahaizentrum
Haifa - Bahaizentrum Hängende Gärten am Bahai Heiligtum in Haifa - Foto: Wikipedia (gemeinfrei)


Das Bahaitum ist eine weltweit verbreitete Religion mit rund fünf Millionen Anhängern, die sich auf die Lehren des Religionsstifters Baha'ullah (1817 - 1892) berufen und nach ihm als Bahai bezeichnet werden. In ihrem Ursprungsland Iran bilden die Bahai zwar die größte religiöse Minderheit, sind aber seit jeher starken Verfolgungen ausgesetzt. Hauptverbreitungsgebiete heute sind Indien, Afrika, Süd- und Nordamerika. Die ursprünglich aus dem Babismus hervorgegangene Universalreligion lehrt einen abrahamitischen Monotheismus eigener Prägung, in dessen Mittelpunkt der Glaube an einen transzendenten Gott, die mystische Einheit der Religionen und der Glaube an die Einheit der Menschheit in ihrer Vielfältigkeit stehen. Die Bahai vertreten eine handlungsorientierte Ethik, die sich einer humanitären Vision der gesellschaftlichen Entwicklung und des sozialen Zusammenhalts verpflichtet fühlt.



Yefe Nof - promenade Louis-Entrée des jardins Bahaï

Haifa - Eingangstor zu den Bahaï-Gärten an der Louis Promenade - eingebunden über Wikimedia Commons

Sayyid Ali Muhammad Schirasi

Schiraz - Iran
Schiraz - Iran Eram Garden in Shiraz - Foto: Wikipedia - Autor: dynamosquito - Lizenz s.u.


Neben dem als Gottesoffenbarung betrachteten Werk Baha'ullahs zählen die Bahai auch die Heiligen Schriften anderer Weltreligionen zum gemeinsamen religiösen Erbe. Die Religionsstifter schöpfen nach dem Glauben der Bahai alle aus derselben göttlichen Quelle. Die unverkennbaren Unterschiede zwischen den Religionen sind primär historisch bedingt: Sie gelten als Ausdruck unterschiedlicher Bedürfnisse und kultureller Prägungen. Sayyid Ali Muhammad Schirasi (1819 - 1850), genannt „der Bab“ (arabisch: „das Tor“) wurde 1819 in Schiraz, Iran geboren. Am Abend des 22. Mai 1844 erhob er erstmals den Anspruch einer göttlichen Offenbarung. Als Titel greift er den schiitisch-eschatologischen Begriff des „Bab“ auf. Der Babismus gewann schnell Anhänger aus dem schiitischen Umfeld.


Haifa - Bahaizentrum
Haifa - Bahaizentrum Haus der Gerechtigkeit - Foto: Wikipedia (gemeinfrei)


Unter schiitischen Gelehrten und Geistlichen stießen der Offenbarungsanspruch des Bab und seine Interpretation des Islam auf Ablehnung; der Bab stellte insbesondere die Rolle der Religionsgelehrten in Frage und trat für die Rechte der Frau und größere gesellschaftliche Gleichheit ein. Anfang 1847 wurde er verhaftet. Die formelle Trennung vom Islam erfolgte im Juli 1848 in Badascht am Kaspischen Meer. Sie war das Ergebnis eines Konzils der einflussreichsten Anhänger des Bab. Eine der Wortführerinnen, Qurrat al-ʿAin, legte als Zeichen der Emanzipation der Frau erstmals in der Öffentlichkeit ihren Schleier ab. Die zunehmende Missionstätigkeit der Babi führte rasch zum Widerstand schiitischer Gruppen, bald zu (auch staatlich) organisierter Verfolgung der Gemeinde. Als Gegenreaktion kam es vereinzelt zu Revolten gegen die iranische Regierung.


Tod in Täbris

Haifa - Bahaizentrum
Haifa - Bahaizentrum Grab von Bahíyyih Khánum, einer Schwester von Abdu'l-Bahá im Monumentgarten des Weltzentrums - Foto: Wikipedia (gemeinfrei)


Am 9. Juli 1850 wurde der Bab in Täbris öffentlich erschossen. Die Verfolgungen dauerten bis 1853 an. Tausende Anhänger des Bab wurden getötet. Seit 1848 hatten vor allem zwei der Anhänger des Bab an Bedeutung gewonnen: die Söhne eines Staatsministers in Teheran, die Halbbrüder Mirza Husayn Ali Nuri, später Baha'ullah genannt, und Mirza Yahya Nuri, später bekannt als Subh-i-Azal. Wie vom Bab vorgesehen, übernahm nach dem Tod des Bab nominell der kaum neunzehnjährige Subh-i-Azal die Leitung der Babi-Gemeinde; er war dieser Aufgabe aber kaum gewachsen. Auf Anraten Baha'ullahs und anderer hatte ihn der Bab 1849 zum Sachwalter bestimmt für die Übergangszeit bis zum Auftreten „Dessen, den Gott offenbaren wird“, der im Babismus erwarteten messianischen Gestalt. Baha'ullah wurde im Zuge der Verfolgungen 1852 in Teheran im Siyah-Chal („Schwarzes Loch“), einem berüchtigten Verlies, inhaftiert.



Baha'i Gardens (2535223194)

Haifa - Bahaï-Garten - eingebunden über Wikimedia Commons

Verbannung

Akkon
Akkon ...der Bahá'í Garten in Akkon, Israel - Foto: Wikipedia - Autor: Jusmine - Lizenz s.u.


Viele seiner Mithäftlinge wurden hingerichtet. Von einer Hinrichtung Baha'ullahs wurde abgesehen, da er großes öffentliches Ansehen genoss und sich westliche Botschafter für ihn einsetzten. Nach den Monaten der Einkerkerung wurde der schwer erkrankte Baha'ullah ins Exil geschickt. Er wählte Bagdad als Verbannungsort. 1863 zog er weiter nach Istanbul, wurde aber auch hier nach nur vier Monaten nach Edirne weiterverbannt. Öffentlich erhob Baha'ullah seinen Anspruch ab dem Frühjahr 1866, so in Sendschreiben an die einflussreichsten weltlichen und religiösen Führer seiner Zeit. Es kam zu Kontroversen mit seinem Halbbruder, dessen Anhänger versuchten, die Bahai gegenüber der osmanischen Regierung als politisch subversiv darzustellen und Baha'ullah zu beseitigen.


Akkon
Akkon Schrein Baha'ullahs bei Akkon - Foto: Wikipedia - Autor: Marco Abrar - Lizenz s.u.


Als Konsequenz verbannte die osmanische Regierung den Halbbruder nach Zypern und den Baha'ullah in die Festungsstadt Akkon in Westgaliläa im heutigen Israel, wo er hier und in der Umgebung weitere 24 Jahre lebte und arbeitete. Am 29. Mai 1892 starb Baha'ullah in Bahji bei Akkon in Westgaliläa. Sein Schrein dort ist heute der wichtigste Wallfahrtsort der Bahai und bestimmt die Gebetsrichtung für die Pflichtgebete. Die Leitung der Gemeinde ging auf Baha'ullahs ältesten Sohn Abdul-Baha (1844 - 1921) über, der ebenfalls in Akko bis zum Jahr 1908 interniert war. Dieser bestimmte seinen Enkel Shoghi Effendi (1897 - 1957) zum „Hüter“ der Bahai-Gemeinde. Seit 1963 führt das Haus der Gerechtigkeit die internationale Gemeinde. Es hat seinen Sitz in Haifa, wo sich auch der Schrein des Bab mit seiner 1953 fertiggestellten Goldkuppel befindet. Aufgrund ihrer Bedeutung als Wallfahrtsort gehören die Grabstätten beider Religionsstifter in Haifa und Westgaliläa seit 2008 zum UNESCO-Welterbe [1].


Beit Shea'rim

Kiryat Tiv'on
Kiryat Tiv'on National Park Beit Shea'rim - Grabkammer - Foto: Wikipedia (gemeinfrei)


In der Umgebung von Haifa gibt es viele Sehenswürdigkeiten und antike Stätten. Die wichtigste Sehenswürdigkeit ist der südöstlich von Kiryat Tiv'on gelegene Nationalpark Bet Sche’arim, der vor rund 2000 Jahren der Sitz des höchsten jüdischen Gerichtshofes mit der wichtigsten jüdischen Begräbnisstätte aus der Entstehungszeit von Mischna und Talmud war....

Weitere Informationen zum National Park Beit Shea'rim in Nordisrael finden Sie hier....!


Haifa

Haifa
Haifa Augustagarden - Denkmal an den Besuch des deutschen Kaisers Wilhelm II. mit seiner Frau 1898 in Haifa - Foto: Wikipedia (gemeinfrei)


Haifa ist eine der bekanntesten Städte in Israel. Die Stadt besitzt rund 272.000 Einwohnern und ist die drittgrößte Stadt Israels nach Jerusalem und Tel Aviv. Sie ist eine vergleichsweise junge Stadt, denn die heutige Großstadt an der Mittelmeerküste wurde erst in der Mitte des 18. Jahrhunderts gegründet. Bereits in der Antike existierten Siedlungen (Tell Abu Hawam) auf oder am Rande des heutigen Stadtgebiets. Im Großraum Haifa mit den Städten....

Weitere Informationen zur Großstadt Haifa in Nordisrael finden Sie hier....!


Quellennachweis:


1.: Die Informationen zum Schrein des Bab basieren auf dem Artikel Bahai Weltzentrum (Stand vom 18.04.2012) aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und stehen mit den Fotos "Schrein des Bab - Autor: Mipago" - "Eram Garden in Shiraz - Autor: dynamosquito" - "Bahá'í Garten in Akkon, Israel - Autor: Jusmine" - "Schrein Baha'ullahs bei Akkon - Autor: Marco Abrar" unter der GNU-Lizenz [34 KB] für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar. Die Fotos sind lizenziert unter der Creative Commons "Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Unported", deren Bedingungen Sie hier einsehen können.


Fotos aus Haifa - Schrein des Bab

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